Review

Man nehme fünf, zugegebenermaßen hübsche, junge Frauen, einen gefallenen Möchtegernstar, eine billige Trickschmiede, drei untalentierte Drehbuchautoren, einen mäßig bekannten Regisseur und einen erfolgsverwöhnten Produzenten, mixe das ganze mit Hipper (Jugend-)Musik und einer MTV-Stil Kampfchoreographie und fertig ist die neueste Videospielverfilmung.

Schon der Trailer zur neuesten Bernd Eichinger Produktion „DOA“ verhieß nichts Gutes:
Lächerlich wirkende Effekte und hölzern agierende Möchtegernschauspieler(innen), die, zu allem Überfluss, nicht einmal über die Grundausstattung (üppige Oberweite) einer Dead or Alive Mieze verfügen, gepaart mit einer schlechten Synchronisation ließen (bei mir) erste Zweifel an der Lebensberechtigung des Streifens aufkommen.
Mangelnde Qualität muss jedoch nicht zwingend einen schlechten (bzw. mittelmäßigen) Film zur Folge haben (dachte ich mir zumindest), denn es ist durchaus machbar nur mit fünf schönen Frauen und etwas Action knapp 80 Minuten zu füllen.
Doch leider ist das bei „DOA“ nur partiell gelungen.

All jene nämlich die sich von „DOA“ einen Film im Stil von „Mortal Kombat“ (kultig, mit einem markanten Score und dutzenden Kämpfen gesegnet) oder „Bloodsport“ (Vater der Untergrundkampffilme) erwarten, werden aufs Bitterste enttäuscht werden; denn DOA ist ein eher zahmes Kampffilmchen für ein sehr junges Publikum. Obwohl ich bezweifle, dass Dieses mit den mittelprächtigen Effekten und der lahmen, blutleeren und müden Story zufrieden sein wird.

Der Film von Corey Yuen, von dem ich mir nach „So close“ und „The Transporter“ etwas Besseres, als diesen Unterwäschewerbespot erwartet hätte, trifft genau den (Film-)Nerv der Zeit; oder zumindest das, was man im Hollywood des 21ten Jahrhunderts dafür hält.
Mit miesesten Effekten, zuckersüßer Optik, einer pseudokomischen und quasi satirischen Handlung, computergenerierten Kampszenen und viel (zahmem) Sex, um die vorherigen Punkte nichtig erscheinen zu lassen, wird versucht ein wackeliges auf Minderjährige zurechtgeschnittenes Filmkonstrukt zusammenzuhalten.

Natürlich gibt es auch Lichtblicke im Film:
Einige übertrieben komische Szenen reizen zum Lachen, die fünf Amazonen sind schön anzusehen, die Grundidee einiger Kampfsequenzen ist ganz gut und der Hintergedanke, dass die schlechten Effekte vielleicht absichtlich dermaßen schlecht sind, stimmen den geneigten Zuseher etwas milder.

Woran es aber mangelt ist Plausibilität, wenigstens etwas Qualität (zumindest bei den Kampfszenen) oder zumindest einer sauberen Umsetzung.

Ein paar Worte über die Geschichte:
DOA (Dead or Alive) ist ein Kampftunier, an dem anscheinend Jeder, der ein paar Typen verkloppen kann oder einfach ein großes Maul hat teilnehmen darf, das auf einer einsamen Insel stattfindet und in das sich jeder Depp leichter als in einen Kindergarten einschleusen kann.
Die Siegesprämie wird mit 10.000.000 Dollar dotiert, die Kontrahenten mittels „Computersystem“ zugeteilt, die Körper der Teilnehmer im halbnackten Zustand auf ihre Funktionstüchtigkeit gecheckt und die Kämpfe begonnen.
Erwartungsgemäß hat der böse Veranstalter nur Böses im Sinn und muss am Ende von unseren Helden aufgehalten werden.
So weit so üblich.

Da eine tiefschürfende Geschichte, bei einem Kampffilm gar nicht nötig ist lässt sich die Unoriginalität von den sage und schreibe drei Drehbuchautoren verschmerzen.
Das man die Kampfszenen mit lächerlichen Kabeltricks und noch lächerlicheren CGI-Effekten (falls sie diese Bezeichnung überhaupt verdienen) garniert hat mindert das Filmvergnügen schon erheblicher.
Die Zusammenhanglosigkeit der Handlung, die zahmen Kampfszenen und die mäßigen Darstellerleistungen tun ihr bestes um dem Film auch noch die letzte Existenzberechtigung zu nehmen.

Die Kameras, die in regelmäßigen Abständen voyeuristisch an den Brüst(ch)en und perfekten Bikinikörpern der Hauptdarstellerinnen entlang gleiten, entbehren nicht eines gewissen Reizes, können den Film aber auch nicht wirklich besser machen. Denn selbst die schönsten Körper werden, zumindest für alle Kinobesucher die das 12te Lebensjahr schon hinter sich gelassen haben, nach einiger Zeit etwas langweilig.

Einige Unklarheiten wie zum Beispiel wo, bei der Explosion am Ende von „DOA“, die anderen Bewohner der Insel, die man beim Beach Volleyballspiel zu sehen bekommen hat oder die restlichen Kontrahenten der Hauptheldinnen abgeblieben sind, hat der Film auch vorzuweisen.

Die Darstellerriege von „DOA“ setzt sich aus einem Model [Devon Aoki (2fast 2furious)], einer Sängerin [Holly Valance] und drei B-Moviedarstellerinnen [Sarah Carter (Final Destination 2), Jaime Pressly (Poison Ivy 3) und Natassia Malthe (Elektra)] zusammen.
Wobei mir Sarah Carter als Helena am Besten gefallen hat.
Eric Roberts, der untalentierte oder einfach nur glücklose Bruder von Julia Roberts, der immerhin schon rund 115 Filme am Konto hat, gibt den dämlichen Bösewicht.
Alle anderen Figuren sind keine Erwähnung wert; weder der Wrestlervater, der Casanovadieb oder der Beschützer noch der coole Schwarze oder der Computerfreak.

Um hier einmal einen Vergleich mit Uwe Boll zu wagen.
Sowohl „Bloodrayne“ als auch „Alone in the Dark“ haben mich besser unterhalten als diese Videospielverfilmung.

Fazit:
Junge Videospielfans die ihrem ersten Samenerguss noch gespannt entgegenfiebern werden sich von dieser zahmen Farce sehr gut unterhalten fühlen.
Alle anderen Zuseher erwartet ein mittelmäßiger Kampffilm mit schönen Körpern, der von der Masse seiner Schwächen ins Unterdurchschnittliche gedrückt wird.
Jeder, der wie ich mit dem Hintergedanken, sich eine Art Erotikactioner oder zumindest eine unterhaltsame Kampfkomödie anzusehen, ins Kino stürmt, wird mit Sicherheit enttäuscht werden.
Auf Grund der schönen Frauen lohnt es sich auf jeden Fall einen Blick zu riskieren, doch mit dem kann man auch getrost noch drei Jahre warten bis „DOA“ auf Pro 7 läuft.

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