Review

Einfallslose Videospielverfilmungen gab es ja in jüngster Vergangenheit schon en masse, mit Dead or Alive folgt nun die überflüssige Umsetzung zum gleichnamigen Game. Unter Zockern genießt das Prügelspiel ohne Zweifel Kultstatus, ist für eine Verfilmung aber eigentlich gänzlich ungeeignet. Wie kein anderes Genre zeichnen sich gerade Beat’em’Ups durch eine nichtvorhandene Story aus, ein Umstand der dem Film nicht gerade zuträglich ist. Schon die grottige Streetfighter Adaption und der zumindest teilweise ganz ansehnliche Mortal Kombat hatten mit diesem Problem zu kämpfen, das auch durch drittklassige Drehbuchschreiber nicht abgefedert werden konnte.

Auch DOA macht da keine Ausnahme, die Handlung passt locker auf einen Bierdeckel und ist nicht mehr als ein schlechter Witz. Neben dem obligatorischen Tournament wartet die Geschichte noch mit einem übergeschnappten Veranstalter auf, der die Fähigkeiten der Teilnehmer für seine eigenen Zwecke missbrauchen will. Besonders das letzte Drittel ist reich an blödsinnigen Ideen und mündet schließlich in einem an Trash kaum zu toppenden Finale. Näher darauf eingehen will ich erst gar nicht, für jede mündige Person kommt dieses Werk einer Beleidigung des Verstandes gleich.
Um das inhaltliche Vakuum zu kompensieren setzt man dafür umso mehr auf nackte Haut, was ja auch schon der Videospielreihe zu großem Ruhm verhalf. Am sonnigen Strand aalen sich halbnackte Bikinikörper, Brüste und Po wippen beim Volleyballspiel erotisch auf und ab. Hier werden endlich mal wieder die niedersten Triebe der schwanzgesteuerten Männerwelt angesprochen.

DOA ist hirnlose Unterhaltungsmassenware, bei der man nach ein paar Bieren intus und in geselliger Runde durchaus seinen Spaß haben kann. Mehr aber eben auch nicht, denn weder die Actionszenen noch die hohle Story können überzeugen. Fangen wir mal bei dem an was für ein Prügelspiel am wichtigsten ist, den Kampfszenen. Regisseur Corey Yuen hat ja bereits reichlich Erfahrung auf dem Gebiet und zeichnet sich unter anderem für den Trash-Klassiker Karate Tiger und etliche Hongkongfilme wie Fong Sai-Yuk verantwortlich. Jüngst hat er sich aber eher einen Namen als Action Choreograph gemacht und Filme wie Kiss of the Dragon und The Transporter veredelt.
Doch auch ein so renommierter Experte wie Yuen bringt nichts wenn sich jeder Kampf in hektischen Bildschnipseln verliert. Wie im Musikvideo werden einzelne Clips aneinander geheftet, ein flüssiges Ganzes entsteht aber nicht. Dabei sind die Einfälle gar nicht mal so schlecht und auch Kampfsport unerfahrene Darsteller(-innen) wie Holly Valance und Devon Aoki werden gut in Szene gesetzt. Von Schwertkampf bis Faustkampf ist alles dabei was das Herz jedes Actionfans höher schlagen lassen dürfte, auch wenn ein paar unterschiedlichere Kampfstile sicher auch nicht geschadet hätten. Störend fällt vor allem der übermäßige Einsatz von Wirework auf, der nicht so recht  zur sonst sehr modernen Inszenierung passen mag. Ein neues Martial Arts Meisterwerk hat hier sicher keiner erwartet, aber etwas länger und knackiger hätten die einzelnen Auseinandersetzungen schon sein dürfen.

Vielleicht liegt es auch nur an der Zielgruppe, denn DOA ist in jeder Hinsicht auf ein pubertierendes Publikum zugeschnitten, was natürlich auch die Kampfszenen etwas entschärft. Pseudo-erotische Szenen und die erschreckend flachen Dialoge sind in etwa auf dem geistigen Niveau eines Grundschülers anzusiedeln. Gut, auch 3 Engel für Charlie ist dumm, dafür sind aber immerhin die Darstellerinnen charismatisch. Der Cast von DOA weißt kaum namhafte Schauspieler auf, doch auch die wenigen bekannten Gesichter bekleckern sich nicht sonderlich mit Ruhm. Statt Devon Aoki hätte sich doch sicher auch eine andere Asiatin gefunden, der immergleiche eingeschlafene Gesichtsausdruck nervt auf Dauer doch etwas. Was soll man aber auch erwarten wenn Sängerinnen wie Holly Valance gecastet werden? Sicher kein großes Kino, aber darum ging es ja auch nicht. Hauptsache die Damen schwingen Hüften und andere Körperteile hübsch vor der Linse, denn das ist es was der moderne männliche Homo Sapiens sehen möchte.

Fazit:
Dead or Alive eignet sich hervorragend als Partyfilm und für pubertierende Teenies die sich an MTV Videoclips und leicht verhüllten Models nicht satt sehen können. Besonders die auf jugendfrei getrimmte Action enttäuscht, wer richtige Kombat-Filme sehen möchte der schaut sich lieber zum wiederholten Male Bloodsport an. Frauen und Feministen sollten im Übrigen lieber einen großen Bogen um dieses fast schon diskriminierende Filmwerk machen.

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