Prügelspiele sind ja eigentlich eine denkbar schlechte Vorlage für Verfilmungen. Zu den einzelnen Charakteren gibt es rudimentäre Hintergrundinfos, aber das war´s dann auch schon. Eine triftige Handlung abseits der Kampfturniere konnten weder "Mortal Kombat" noch "Street Fighter" bieten. Bei dem X-Box-Prügler "Dead or Alive" sieht das nicht viel anders aus, doch schadet dies dem Film nicht im Geringsten.
Erneut lädt der Millionär Donovan eine illustre Auswahl an Kämpfern auf seine Südseeinsel ein, um am "DOA"-Turnier teilzunehmen. Während der Kämpfe entdecken die Assassine Christie, Wrestlerin Tina und die Prinzessin Kasumi, dass Donovan das Turnier nicht nur aus reinem Spaß an der Freude veranstaltet...
Wie man hieran schon hören kann, hat die Handlung des Films auf einem Bierdeckel Platz. "DOA" verschwendet auch keine Zeit, und stellt im Schnelldurchlauf einige der Hauptfiguren vor, um sie dann sogleich auf die Insel zu schicken. Fans der Spiele dürfte sauer aufstoßen, dass an den Hintergründen der Figuren gedoktort wurde: Christie ist nunmehr kein Killer mehr, sondern eine Meisterdiebin, die es auf das Preisgeld abgesehen hat. Helena hat nichts von einer Operndiva, sondern kommt wie das scheue Mädel von nebenan rüber. Hitomi und Lisa aus dem Beachvolleyballspiel sucht man vergeblich, Leifang tritt nur am Rande auf.
Schnell zeigt sich auch, dass der Film seinen Mangel an einer sinnvollen Handlung durch seine lockere Mischung aus Duellen, Geflirte, Gags, Beachvolleyball und nackter Haut mehr als nur wett macht. Auch wenn dies alles ungefähr so tiefgründig ist, wie eine Badewanne, muss man einfach den Schluss ziehen: Dieser Film macht Spaß, Langeweile ist ein Fremdwort. Die wahrlich exquisite Optik sorgt sowohl für vorteilhafte Aufnahmen der Damen, als auch für packende, temporeiche Schlägereien, und verleugnet nie ihre Videospielwurzeln. Die Kämpfe sind übrigens nicht gerade brutal ausgefallen, und beschränken sich auf reines Gekloppe.
Erst gegen Ende des Films tritt Donovan auf den Plan und will mittels Nanorobotern im Blut der Recken deren Kampfstile kopieren. Kampftechniken zum Download - die Käufer stehen schon bereit. Der seltsame Vorgang mündet in ein hochspektakuläres Finale an einer hunderte Meter hohen Steilwand, in dem nochmal alle Register in Sachen Kamera und Effekte gezogen werden.
Wie die Spiele, so richtet sich auch der Film vorwiegend an ein männliches Publikum. Es wird kein Hehl daraus gemacht, dass die Damen die Stars sind, und die Darstellerinnen vor allem aus optischen Gründen gecastet wurden. Dementsprechend viele voyeuristische Szenen gibt es auch zu sehen. Holly Valance als Christie kann man fast als Idealbesetzung bezeichnen, Jaime Pressly als Tina mit leichten Abstrichen auch. Ebenso gut verkörpert werden Ayane und Kasumi. Ryu hingegen, die einzige männliche Hauptfigur, wirkt kaum wie der Superninja, sondern wie ein halbstarker Statist aus "Battle Royale".
Fazit:
Für Fans der Spiele ist "DOA" ein wahres Geschenk. Objektiv betrachtet müsste man bei der Bewertung mindestens 2-3 Punkte abziehen, eingedenk der dürftigen Handlung. Doch auch dann ist der Film für einen gepflegten Männerabend wie geschaffen.
DOA-Fan-Wertung: 9/10
Normalsterblichen-Wertung: 6,5/10