Der sich später als Fiesling entpuppende Donovan (Eric Roberts) veranstaltet ein Kampfssportturnier, zu dem nur die besten Vertreter der jeweiligen Kampfsportart zugelassen sind. Darunter sind auch erstaunlich viele Frauen. Jedenfalls werden den Teilnehmern Nanobots gespritzt, die die Kampfsstile auswerten und abspeichern. Daraufhin werden sie zu einem ultimativen Programm vermischt, was es einer Person ermöglicht, ganz besonders gefährlich zu kämpfen. Neben dem Hauptplot haben viele Figuren noch ihre eigene, kleine Geschichte zu erzählen: Kasumi (Devon Aoki) sucht ihren Bruder Hayate (Collin Chou), Christie (Holly Valance) ist geil nach Geld und plant einen weiteren Coup und Tina (Jaime Pressly) will sich einfach nur beweisen (unter anderem, weil ihr Vater Bass (Kevin Nash) sie nicht ernst nimmt).
Die Geschichte ist im Groben noch ziemlich inspirationlos, kommt im Detail aber noch viel bescheuerter rüber. Die Kämpfer müssen nämlich mit Fallschirmen auf die Insel gelangen, verfallen stumpfsinnigen Liebesgeschichten und ändern ihre Attitüde nach belieben. Eben noch will Christie klar machen, dass jeder auf eigene Faust dieses sinnlose Gebäude am Anfang besteigen muss, um rechtzeitg auf die Insel zu kommen, schon sieht sie ein, dass man wohl besser doch zusammenarbeitet. Im weiteren Verlauf sind dann auch alle Mädels beste Freunde. Spannungen zwischen den Figuren sind selten. Vereinzelte Auseinandersetzungen sind von Anfang an klar (so wie der Konflikt zwischen Kasumi oder Ayane (Natassia Malte)). Ansonsten ist die geschichte aber grundsolide gestrickt mit einer konventionellen Spannungskurve. Der Schluss ist dann zwar besonders stumpfsinnig, wenigstens bleibt sich der Film aber treu.
Das Turniergeschehen wird ziemlich oberflächlich abgehandelt, die erste Runde ist sehr schnell vorüber. Überhaupt versteht es der Film ganz gut, mit seinen zahlreichen Figuren umzugehen. Diese Oberflächlichkeit dürfte den meisten aber ziemlich übel aufstoßen. Pseudoromanzen sind ja auch wie Sand am Meer verteilt, die Charaktere dazu auch noch größtenteils flach. Kleine Ausnahmen wie Kasumi, die ihre Stellung bei ihrem Clan für ihren Bruder aufgibt, sind nicht erwähnenswert, da sie wie alles andere sehr oberflächlich behandelt werden. Die Darsteller werden deshalb auf keine Herausforderungen gestoßen, weshalb sie nicht sonderlich schlecht auffallen. Gerade die Mädels vollführen ihren Job adäquat, weil sie ihre Figuren ansehnlich und spritzig verkörpern. In diesem Film stellen sie das starke Geschlecht dar, was die Feministinnen wohl kaum beschwichtigt. Denn im Endeffekt verkommen alle Frauen zu Objekten, da der Fokus der Kamera meistens auf den teilweise üppigen Rundungen bleibt. Mich als Mann stört das aber nicht. Ansonsten wird im Film natürlich viel gekloppt. Die Choreographie ist eigentlich ganz solide und viele visuelle Spielereien täuschen über etwaige Schwächen bei den Darstellern hinweg. Man kann behaupten, dass mit den frischen Mädels und den unterhaltenden Keilereien die Oberflächligkeit und die stumpfsinnige Geschichte ausreichend kompensiert wird. Ganz objektiv gesehen liefert der Film sinnfreie Unterhaltung, bei der vom Zuschauer vielleicht nicht viel verlangt wird, ihm aber genügend liefert, um ihn nicht zu langweilen. Die Abwechslung resultiert dabei natürlich auch aus den vielen, verschiedenen Charakteren.
Da es sich hier um eine Verfilmung einer Videospielreihe handelt, die bis jetzt schon Ableger für Saturn, Playstation, Dreamcast, Playstation 2, XBox, Xbox 360 und natürlich die Spielhalle hervorgebracht hat, muss der Film nicht nur den normalen Kinobesuchern gefallen, sondern auch den Fans der Reihe. Diese werden natürlich über die lachhafte Geschichte hinwegsehen können, da in der Spielreihe genau dieselben Maßstäbe gesetzt wurden. Tatsächlich gestaltet sich das Geschehen auf der Leinwand erstaunlich authentisch, gerade im Vergleich zu anderen Videospielverfilmungen. Die Story bei einem Beat 'em Up ist ja häufig eher nebensächlich, der Fokus liegt auf den Charakteren.
Hier muss man als Fan aber einige Abstriche machen. Also Christie kommt ja irgendwie um einiges freundlicher rüber als im Spiel, Holly Valance passt aber zumindest optisch ganz gut. Auch gefallen hat mir der Wrestler Kevin Nash als Bass. Doch viele Darsteller werden den Ansprüchen nicht gerecht. Kasumi von Devon Aoki gespielt? Ganz schlimm! In "Sin City" hat sie ja noch eine gute Figr gemacht, aber ihr plattes Gesicht passt nicht im Geringsten zu Kasumi. Auch der Charakter wurde total verfehlt: Im Spiel entschuldigt sich Kasumi für jede Kleinigkeit und kommt wie ein scharf aussehendes Weichei rüber. Im Film jedoch ist sie widerlich ernst und strahlt auch noch eine unpassende Autorität aus. Am schlimmsten trifft es aber Hayabusa! Nicht, dass Kane Kosugi jetzt als Darsteller besonders schlimm ist, aber alleine das Outfit ist total unpassend. Und dann bleibt er am Ende auch noch an Bayman hängen. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich Bayman auf Gayman reimt und dass eines seiner Bonusoutfits im Spiel lachhafte Schwimmflossen beinhaltet. Und mal im Ernst: Ich habe mit Hayabusa "Ninja Gaiden" durchgespielt; der Typ macht alles platt! Und dann bleibt er an Bayman hängen... fatal! Mich stört zudem auch, dass Ayane keine Schlitzaugen hat. Sie ist die Halbschwester von Kasumi und sieht aus wie eine Amerikanerin? Jann Lee und Lei Fang sieht man fast gar nicht und Gen Fu sieht einfach nur zum Totlachen aus. Und wo ist eigentlich Hitomi? Trotzdem sollte man als Fan der Spiele glücklich sein, dass es so viele Charaktere in den Film geschafft haben. Und ein bisschen Volleyball wird auch gespielt...
Ob für Fans oder Nichtkenner, "Dead or Alive" befriedigt die niegrigen Gelüste auf mittlerem Niveau. Ein bisschen nackte Haut hier, ein paar gedankenfreie Kämpfe dort und obendrein eine nicht ernst zu nehmende Geschichte. Unterhaltung bietet der Film auf jeden Fall.