Review

Videospielverfilmung die 154ste...
Martial-Arts Film nach „Enter the Dragon“-Konzept die 397ste...
Hirnloser Scheißdreck die 4.376.824ste.................

Diesmal hat es die allseits beliebte Dead or Alive Serie erwischt, die 1996 beginnend auf (jüngst 2005) 4 Teile, sowie zwei Spinoffs in Form von zwei (stark auf das männliche Publikum zugeschnittene), von voyeuristischen Freiheiten nur so strotzenden Volleyball-Spielchen zurückblicken kann.
Die Serie ist vor allem durch zwei herausragende Qualitäten bekannt.
Einerseits hat sie im Beat'em Up Bereich die beste, schnellste und ausgereifteste Martial Arts zu bieten, die per Motion Capturing eingefangen wurde.
Sowohl die Tekken-, Virtua Fighter- oder Soul Calibur-Reihe kann nicht mit der Geschwindigkeit mithalten, und ist auch nicht in der Lage wirklich anspruchsvolle sowie real existierende Kampfstile zu präsentieren. Gerne bezeichne ich Dead or Alive 3 und 4 als die Martial Arts Spiele unter den Beat'em Ups.
Die zweite herausragende Qualität ist dann aber eher Schnick Schnack für Pubertierende: Boob Bouncing wird hier geboten, denn die Oberweite aller weiblichen Kämpferinnen hüpfen schon bei der kleinsten Bewegung auf und ab, und da diese wohl geformten Polygone ohnehin (im Rahmen dessen, was Next Generation Grafik zu bieten hat) unverschämt sexy aussehen, und zur Freude aller Voyeuristen mit knappen Trikots versehen wurden, entpuppt sich das Spielen als Eyecandy pur.

Womit wir nun auch beim eigentlichen Film wären.
Junge Junge, sind hier scharfe Bräute dabei. Die ganzen No-Name Darstellerinnen (wohl aus dem Playboy Katalog bestellt) könnten den ganzen Film über nichts tun, und würden immer noch zu gefallen wissen.
Was die Schauspielerei betrifft tun sie zwar tatsächlich nichts, aber wenigstens, hüpfen, kicken und posieren die Damen.
Und damit wird diese Verfilmung zumindest einer Qualität ihrer Vorlage gerecht!
Female Eyecandy: Check!

Wo der Film dann aber abstinkt, und das sicherlich nicht nur in den Augen eines Dead or Alvie Zockers, ist das eigentliche Herzstück, die Martial Arts, hier besser zu bezeichnen als „Gekloppe“.
Die Kämpfer und Kämpferinnen aus der Videospiel Serie sind für ihre vielseitigen, höchst unterschiedlichen Kampfstile bekannt, hier jedoch merkt man absolut nichts davon.
Alle heben irgendwie die Beine und schlagen ein paar Saltos; im Grund beherrschen sie alle dieselbe Kampftechnik, nämlich das Wire-Fu!
Es ist schrecklich, die Seiltricks sind in jeder Szene erkennbar, der hektische Schnitt will keine flüssige Choreographie aufkommen lassen und wirklich beeindruckend wird es so gut wie gar nicht.
Hier und dort tummeln sich mal einige flinke Griffe und Einlagen, doch die sind so rar gesäht, dass man sie bei diesem Wire-Fu Chaos schnell vergisst.

Die Playgirls haben wohl vor Drehbeginn einen kleinen Crash Kurs serviert bekommen und hoben vor der Kamera schließlich nach Best möglichem die Beine.
Die Verwandtschaft mit ihren virtuellen Alter Egos ist dabei auch nicht immer gegeben.
Während Ayane, Tina, Zack und Kasumi recht gut getroffen wurden, und mit unverkennbar, kitschig, bunten Kostümen genauestens der Spielvorlage nach empfunden gekleidet wurden, scheint man bei Christie und Hayabusa sich überhaupt gar keine Mühe gemacht zu haben auch nur ansatzweise eine Ähnlichkeit hin zu bekommen.
Deren Rolle konnte ich jedenfalls beim ersten Blick nicht ganz ausmachen, denn die hier vorgestellte Christie agiert bei weitem nicht so kaltherzig, bedrohlich und herab blickend wie die Video Game Christie (von der nicht richtig getroffenen Haarfarbe ganz zu schweigen), und Hayabusa wirkt hier einfach nur wie ein Würstchen und nicht wie ein selbstbewusster Super Ninja.
Das ist wirklich schon ein Kunststück für sich, wenn man es schafft weniger überzeugend und charismatisch zu agieren als von Texturen überzogene Polygone...
Manchmal hätte es ja schon eine einfache, alberne Perrücke gereicht, um den virtuellen Figuren näher zu kommen, das hätte den Film auch nicht mehr viel schlechter gemacht, als er jetzt schon Trash genug ist.

Noch viel schlimmer jedoch (für mich zumindest) ist der extrem stiefmütterliche Umgang mit meiner persönlichen Lieblingsfigur Jann Lee.
Dieser Kämpfer ist es, der mir die Dead or Alive Serie erst zugänglich machte, er ist der Grund weshalb ich die Spiele Serie liebe und jeder Konkurrenz vorziehe.
Er ist der mit Abstand authentischste, und beeinruckendste Bruce Lee Verschnitt seit es Bruceploitation gibt.
Sein entschlossenes Gesicht schmückt das gesamte Game Cover von Teil 3, im Film jedoch muss er sich mit einer Screentime von etwa 10 Sekunden begnügen, und verliert dann auch noch haus hoch.
Von seinen überragenden „Jeet Kune Do“ Künsten merkt man hier Null, aber individuelle Kampfstile schafft es der Film ohnehin nicht zu präsentieren.
Und auch meine Nummer 2, Brad Wong, der seit Teil 3 dabei ist und in bester Jackie Chan – Wong Fei Hung Manier posiert, kickt und rumalbert, ist so schnell weg von der Bildfläche, wie er eben plötzlich erschien.
Die Screentime mit der einige Hauptcharaktere (!!!) beglückt werden ist teilweise so mickrig, dass die Screepräsenz der Charaktere aus dem Street Fighter Film gerade zu episch wirkt.

Das sind zwar alles Dinge, die dem neutralen Zuschauer egal sein können, aber wenn man eine Spieleserie gerade durch diese Charaktere lieben lernt, und dann mit solch einer Enttäuschung konfrontiert wird, dann fühlt man sich irgendwie verarscht.
Fast hatte ich schon das Gefühl, als hätte man die Charaktere bewusst ausgeblendet nur um mich zu ärgern (lol). Wo ist überhaupt Hitomi?

Immerhin werden einige elementare Gegebenheiten der Videospiel-Story auch hier wiedergegeben.
Darauf kann man zwar getrost pfeifen, da Stories aus Beat'em Ups eh für den feuchten Pfirsich sind, aber zumindest wurde es versucht, und so hat man auch im Film eine sich entwickelte Rivalität zwischen Ayane und Kasumi, Vater-Tochter Beziehung zwischen Bass (Kevin „Diesel“ Nash) und Tina so wie einige andere Namen aus dem NPC-Bereich wie Donovan (Eric Roberts!).
Dieser lädt all die Kämpfer, die als beste ihres Stiles gelten (ha wie witzig, die kämpfen alle gleich) zu sich ein, in dem Batman-artige Bumerang-Briefe, wie aus heiterem Himmel bei den jeweiligen Charakteren landen, und zum ultimativen Gekloppe auf Donovans Insel einladen, mei wie einfallsreich. Die 10 Million Dollar die dabei als Preisgeld winken, sind nur ein Vorwand, um sich die jeweiligen Kampfstile (schon wieder „haha“) der Kämpferinnen und Kämpfern genauestens unter die Lupe zu nehmen, von denen Donovan schließlich in eine stylishe Sonnenbrille komprimiert profitiert.
Hach wie fies, spannend wird es deswegen trotzdem zu keiner Zeit, die Action ist viel zu unspektakulär und einfallslos inszeniert, es wird ohnehin sehr hektisch vorgegangen, die Vorrunden Kämpfe werden enttäuschend schnell, ohne jeglichen Spannungswert abgehalten, und die eigentliche Story interessiert eben auch zu keiner Sekunde.

Was da bleibt sind eben nur hübsche Mädchen in knackigen Outfits, die zudem den ein oder anderen lustigen Spruch drauf haben und auch sonst so jede Menge Dünnpfiff labern.
Zack's Versuche bei Tina zu landen haben schon etwas komisches, ebenso Tinas abweisende Art, und auch die anderen Mädchen haben so ihre kleinen guten Szenen.
Aber von ein paar guten Szenen in einem sonst hohlen und action technisch äußerst dürftigen Machwerk kann ein Film nicht leben.
Im Vergleich zur Spielvorlage ohnehin (erwartungsgemäß) enttäuschend kann man sich den Film zumindest bei Bier unter Kumpels in Party Stimmung durchaus geben, ein Hingucker ist er allemal, aber für einen guten Film reicht das vorne und hinten nicht...
Die schlechte Umsetzung der Vorlage sei aber verziehen.
Die Produzenten mussten eben auch ans Business denken, denn Leute, die hübsche Frauen interessant finden, gibt es nun mal mehr, als erfahrene Zocker...(hehe)

Details
Ähnliche Filme