Review

Tot oder lebendig?

Wirklich ernst ging es schon in den "Dead or Alive"-Spielen nie zu. Die Verfilmung nimmt noch dazu viel Luft aus der Dramatik um die einzelnen Kampfspiel-Charaktere heraus, und verändert sie zusätzlich: Christie ist hier etwa nicht die kühle Attentäterin aus dem Spiel und eher wie Tina im Spiel. Jaime Pressly kommt als Film-Tina wiederum ziemlich plump rüber: das konkurrierende Verhältnis zu ihrem Wrestling-Papa ist im Film zudem total Cartoon-mäßig umgesetzt worden.
Aus der unnahbaren Opernsängerin Helena wurde gleich eine jovial-natürliche Fitnesstrainerin. Anstatt dass ihre Mutter auf der Bühne einem Attentat durch Christie zum Opfer fiel wurde hier ihr Vater vom Film-Villain Donovan beseitigt. Donovan, der um die Krone des lächerlichsten Villains aller Zeiten kämpft und auf mich wie eine Mischung aus dem WWE-Heel/Boss Vince McMahon und dem Erotik-Fotografen Roy Stuart wirkt.
Kasumi, Tomonobu Itagakis Idealfrau, ist mit Devon Aoki so typecast wie nur irgendwas, und doch eine wohl glatte Fehlbesetzung.
Dennoch wird sich hier ähnlich wie bei den Anderson/Eichinger-Produktionen von "Resident Evil" schon bemüht Spielszenen, Game-Feeling, eigenständig auf die große Kinoleinwand zu bringen - was "D.O.A." mit zu Gute zu halten ist: trotz der Tatsache,  dass die aus den Spielen übernommene Shinobi-Geschichte um Kasumi, Ayane (die zweite BloodRayne Natassia Malthe), Hayate und Hayabusa im Film vielleicht am allerwenigsten funktioniert.
Zunächst sah es bei Videospiel-Verfilmungen ja so aus, angefangen mit den 80er-Jahre-Mario-Bros. und später dann in den Neunzigern mit "Street Fighter" oder "Mortal Kombat", dass Videospiel-Handlungen eher in vorgefertigte Genre-Formen, wie eben dem Kampfsportfilm, gepresst wurden, als dass andersrum eigentlich Videospiel-Ästhetik eingesetzt worden wäre - wo wie es heute von "Inception" bis "Sucker Punch" auch ansonsten in der Filmindustrie üblich geworden ist. Zumindest als Bikini-Fantasie blieb "Dead or Alive" als Komödie demnach erhalten und wurde kein solcher (Kampfsport-)Film, wobei als Vorbilder sicherlich die beiden "3 Engel für Charlie"-Filme von McG stark zu gelten haben, die hierin mitunter auch ausgiebig zitiert werden. Wem die schon gefallen haben, der Mensch sollte "D.O.A." zumindest auch mögen. Ein Blu-Ray-Release ist bislang seltsamer Weise nur in Frankreich erfolgt.

Rating 7.0

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