Die Asienfixierung Hollywoods wird immer offensichtlicher und macht wohl jetzt nicht mal mehr vor Namen wie Scorsese halt. War es eigentlich ja nur eine Frage der Zeit wann das Internal Affairs Hollywood Remake kommt, überrascht der Name Martin Scorsese als Regisseur doch einigermaßen. Positiv natürlich, ist doch Scorsese selbst in seinen schwächeren Momenten, zu denen dieser Film keineswegs gehört, immer noch sehenswert. Auch wenn die Good Cop / Bad Cop Geschichte nicht halb so originell ist wie sie vielleicht gerne wäre, ist das alles hier einfach so unglaublich gut inszeniert und gespielt, dass es wahrscheinlich auch reichen würde den Protagonisten auf den Weg zum Briefkasten zuzuschauen. Alle Scorsese Trademarks wie z.B. der seltsam nüchterne Umgang mit Gewalt oder dieser einfach unnachahmliche Erzählfluss sind auch hier vorhanden. So ist das hier eben hauptsächlich ein Scorsese und nur nebenbei ein Remake eines zugegebenermaßen ziemlich guten Hong Kong Streifens. Da ist es auch ganz egal, dass der Film im irischen Milieu spielt und die Mafia hier bestenfalls als Itaker Schweine tituliert werden. Jack Nicholson als Gangsterboss Frank Costello ist hier natürlich eine Bank, scheint die Rolle doch fast schon zu sehr auf ihn zugeschnitten zu sein, aber Nicholson drückt inzwischen jeder Rolle seinen Stempel auf. Haus und Hof Hauptdarsteller Scorseses Di Caprio, der immer mehr De Niros Position einzunehmen scheint ist inzwischen der Schauspieler geworden, den man sich nach dem ersten Ansehen von Gilbert Grape ausgemalt hatte. Matt Damon spielt hier einer der zwei Rollen die er zu spielen in der Lage scheint (1.netter nice american boy, 2.böser nice american boy). Während Baldwin und Sheen gewohnte Kost abliefern ist Mark Wahlberg die eigentliche Überraschung des Filmes. Überzeugende Leistung von Marky Mark. Bleibt nur zu hoffen dass Scorsese jetzt auch von der Academy die Anerkannung bekommt die er schon mehr als einmal verdient gehabt hätte. Oskar!!! Jetzt!!! 08/10