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Die Polizei schleust einen verdeckten Ermittler (Leonardo DiCaprio) in die Unterwelt ein. Doch die Mafia hat ihrerseits bereits einen höchst erfolgreichen Maulwurf (Matt Damon) in den Polizeireihen platziert. Als beide Seiten die Infiltration bemerken, beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel…

Martin Scorsese erzählt gewohnt kurzatmig, in leuchtenden Bildern und mit ununterbrochener Musikuntermalung vom Werdegang zweier Spione, die vorgeben müssen, was sie nicht sind, und sind, was niemand erfahren darf. In einem weit ausholenden biografischen Bogen zeichnet er ein Milieu, in dem Verbrechen und Gewalt zum Alltag gehören und das Bekenntnis zur Ungesetzlichkeit ebenso leicht fällt wie das zur Rechtschaffenheit. Das zentrale Thema der zugrunde liegenden Infernal-Affairs-Trilogie – die bis zur Unterschiedslosigkeit ineinanderfallenden Gegensätze „gut“ und „böse“ – vereinfacht die Neuverfilmung freilich zu einem im Grunde simplen Maskenball, auf dem das Gute sich zwar inkognito bewegen und das Böse unter Uniform und Soutane verstecken kann, auf dem die sorgfältige Trennung von beidem aber stets mühelos gelingt. Insofern bleibt die großspurig zur Schau getragene Krisenbesessenheit des gewaltreichen Filmes eine Scheinirritation, die bloß dem oberflächlichen Kitzel dient, das ebenso schlichte wie bequeme dualistische Weltbild dahinter aber nie auf die Probe stellt.

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