Was hatte ich gestöhnt als ich zum ersten mal von dem geplanten Remake zu Infernal Affairs erfuhr ( das war etwa 2002/2003) Wer zum Teufel braucht ein Remake zu einem Film, der A: gerade gedreht worden war und B: bereits einfach perfekt ist?? Wahrscheinlich gibt es darauf keine Antwort, nur die des kapitalistischen Grundgedanken. Denn mir scheint mehr und mehr das die Amis einfach keine Kreativität haben ( oder nur noch sehr wenig ) Wenn also guter Stoff im Ausland existiert, dann wird der eben kopiert und damit es nicht als billiger Klau dasteht nennt man das ganze Remake. So kommt das ganze bei mir rüber.
Zum Film. Ich hatte also bereits von vornherein meine Zweifel, doch hat man ja doch noch etwas kleine Hoffnung, wenn jemand wie Scorsese dahinter sitzt. Doch noch während des betrachtens des Films war die Hoffnung zerstört. So dermaßen langweilig hab ich selten einen Film gesehen. Wo bei I.A. gleich von Beginn an der Spannungspegel auf hohem Kurs gehalten wird, sucht man hier vergeblich nach Spannung. Gerade mal nach einer Stunde wird die Jagd der beiden Maulwürfe etwas spannend, doch auch die bleibt nicht lange bestehen. Die Charaktere sind total monoton. Man bekommt sofort gezeigt wer der "böse" und wer der "gute" sein soll. Mit keinem von beiden kann man mitfühlen und so verhält es sich mit allen Figuren. Die einzige Neuerung die mir gefiel war die Idee das Castello selbst ein Informant für's FBI sein könnte, doch auch daraus hat man nicht das gemacht was man hätte machen können.
Schauspielerisch ist alles eher Mitelmaß. Nicholson spielt gewohnt souverän, war aber auch schon besser. Am besten wohl DiCaprio und auch Wahlberg spielt ganz okay. Der ganze Rest vom Cast ist durch und durch blass und austauschbar.
Die Musik beschränkt sich lediglich auf irgendwelche Songs diverser Bands, dabei hätte sich hier doch mal ein "klassischer" eigens komponierter Soundtrack angeboten.
Und selbst diese Songs passen nicht in die Szenen hinein.
Weiterer Minuspunkt sind die Gewaltszenen die mehr als daneben sind. Mal abgesehen das Render Blut nicht in das Konzept passt, wurde hier deutlich übertrieben. jeder der nen Headshot abbekommt dem kommt gleich ne Menge Blut mit hinterher. ( und teilw. Hirn )
Wenn Wahlberg jemandem frontal in den Kopf schiesst, kommt erstmal aus dessen Schläfe das Hirn welches an die Tür klatscht. Bitte??? Ich habe nix gegen Gewalt, auch nix gegen übertriebeneGewalt, doch sollte sie sich doch immer dem Film anpassen und nicht umgedreht.
Das Ende ist dann typisch amerikanisch vorhersehbar und banal.
Auch visuell ist der Streifen durch und durch langweilig, keine Spielereien, keine innovativen Einstellungen, nix neues.
Totales Mainstream Kino.
Wieso der den Oscar für den besten Film bekommen hat, wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.
Aber vielleicht liegt es daran das der ganze andere Output aus Amerika noch blöder ist. Wer weiß.
( das er den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch bekommen hat, ist sowieso totaler Quatsch, da muss echt keine Konkurrenz vohanden gewesen sein )
Für mich bleibt Infernal Affairs unerreichbar. Seht euch das Original an und seht wie es richtig ist.
Wer aber auf coole "Fuck" Sprüche steht, auf Musik diverser modernen Bands und übertriebene Bluttreffer, der sollte um das Original nen hohen Bogen machen.
Ich war von The Departed mehr als enttäuscht ( und dabei hatte ich nicht mal viel erwwartet, da ich wusste er wird dem Original nie das Wasser reichen ).
Bleibt nur zu hoffen das durch dieses Werk hierzulande das Interesse steigt und sich endlich ein Verleiher findet der den 3. Teil der genialen Infernal Affairs Trilogie rausbringt. Denn auf den warten wir hier seit 2003 vergebens und er fügt sich nahtlos perfekt ein.
Tut mir leid, ich weiß ich habe mir mit diesem Review viele Feinde geschaffen, aber für sowas kann ich nur 1/10 Punkten geben. Der Film an sich könnte schon 3-4 Punkte bekommen, doch da er ein Remake ist muss er sich dem Vergleich mit dem Original fügen, bei dem er gnadenlos verliert. Und auch von Scorsese ist man deutlich besseres gewohnt.