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Was erwartet man von einem Film bei welchem ein genialer Kopf Namens Martin Scorsese Regie führt und sich die Darsteller zu den besten was Hollywood zu bieten zählt? Natürlich einen Film der Extraklasse welcher zurecht vier Oscars abgeräumt hat. Dem kann ich meiner Meinung jedoch nicht zustimmen.

Also am Drehbuch kann es schon mal nicht gelegen haben. Dies ist nämlich sowohl genial als auch für etwas weniger Aufmerksame Betrachter schnell etwas verwirrend. Man sollte somit die nötige Aufmerksamkeit mitbringen um nicht bereits zu Beginn im dunkeln zu tappen. Ebenso überrascht der Film, vor allem zum Ende hin, doch einige Male mit guten Wendungen im Plot. Aber auch Spannung fehlt es „Departed – Unter Feinden“ in keinster Weise, ebenso wenig wie an einer mehr als gelungenen Kameraführung und einem guten Soundtrack. Was jedoch nicht so recht überspringen mag ist der Funke, welcher sich hinter dem Namen Martin Scorsese verbirgt. Jene Atmosphäre und genau dieses Flair, was z.B. „Casino“ (und viele weitere seiner Filme) in die Geschichtsbücher des Filmes einmeißelte. Das besondere etwas, dass dem hohen Anspruch des Zuschauers gerecht werden könnte, fehlt „Departed“ leider.

Die Darsteller – Riege zählt mit zu dem besten was Hollywood jetzt und auch schon vor 20 Jahren zu bieten hatte. Allen voran ein herrlicher Jack Nicholson, welcher hier (wie ich finde) einer seiner besten Rollen überhaupt spielt. Aber leider noch kein Ersatz für Scorsese´s Wegbegleiter Robert deNiro, welcher ja auch wiederum im Nirgendwo rumdümpelt und dabei ist sein eigenes Denkmal zu demontieren. Aber auch die weiteren Darsteller, wie z.B. Leonardo diCaprio, Matt Damon, Mark Wahlberg, Martin Sheen, Ray Winstone (gefällt mir hier sehr gut), Alec Baldwin und wie sie noch alle heißen mögen, versprechen leider auch mehr als der gesamte Film zu halten vermag. An den durchweg sehr guten Leistungen ALLER Darsteller kann es somit auch nicht gelegen haben.

Ein klein wenig erstaunt hat mich jedoch, dass der Film eine 16er – Freigabe erhalten hat. Insbesondere auf spritzendes Blut sowie Kopfschüsse wird hier doch relativ viel Wert gelegt, aber wie auch bei „GoodFellas“ wurde hier wohl mehr als nur einmal ein Auge zugedrückt - muss man wohl nicht verstehen.

Im Endeffekt ist „Departed – Unter Feinden“ ein sicherlich besonderer Film mit einem absolut genialen Drehbuch. Ist meines Erachtens aber auch der einzig verdiente Oscar von allen vieren. Die Darsteller spielen sehr gut und auch mit Spannung ist der Betrachter ausreichend versorgt. Aber irgendwie fehlt es dem Film ein wenig an Power, obgleich er auch nie Langweilig wird. Zwar hätte man die eine oder andere Szene durchaus etwas kürzer gestalten können, aber egal. Möglicherweise bin ich auch zu verwöhnt wenn es bei Filmen um ein Werk von Martin Scorsese geht, als dass ich „Departed“ insgesamt als sehr gut bezeichnen möchte. Für mich wohl ein Film der bald wieder in Vergessenheit geraten wird.

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