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Leonardo DiCaprio wird als Undercover-Agent in die Organisation des Mafia-Bosses Jack Nicholson eingeschleust, um diesen endlich ins Gefängnis zu bringen. Was er nicht weiß ist, dass Nicholson selbst einen Undercover-Mann, gespielt von Matt Damon, bei der Polizei hat. Als beide Seiten merken, dass sie einen Spitzel in ihren Reihen haben, beginnt zwischen DiCaprio und Damon ein gnadenloses Katz- und Mausspiel, dass die beiden nur gewinnen können, indem sie den jeweils anderen enttarnen, bevor sie vom anderen enttarnt werden.

Im Allgemeinen werden viele Kritiker und Cineasten stutzig, wenn sie hören, dass in Hollywood mal wieder ein Remake auf einen asiatischen Film dreht. In diesem Fall handelt es sich um den Honkong-Thriller "Infernal Affairs". Doch in diesem Fall sind alle Zweifel unberechtigt. Der Film ist perfekt umgesetzt und schlägt das Original um Längen und brachte sämtliche Kritiker zum Verstummen. Zur Krönung gab es sogar noch den Oscar für den besten Film und einen Oscar für Regisseur Martin Scorsese.

Die Story ist einfach genial. Durch seine hervorragende und tiefe Charakterkonstruktion kann der Film die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen lassen. "Departed" ist darüber hinaus sehr bestrebt, die Ängste darzustellen, die die beiden Undercover-Männer täglich ausstehen müssen. Der Film fügt die einzelnen Haupthandlungsstränge vortrefflich zusammen und verliert dabei das Katz- und Mausspiel zwischen DiCaprio und Damon zu keinem Zeitpunkt aus den Augen. Es gibt sehr viele Wendungen, die die Spannung größtenteils steigern können, auch wenn einige, wenige nicht so richtig zünden können. Die Dialoge sind Klasse und teilweise sogar lustig und amüsant, außerdem enthalten sie einige Fäkalworte. Obwohl die Story in Grundzügen beinahe dem klassischen Drama gleicht, ist sie doch revolutionär und legt den Grundstein für das größte Gangster-Epos seit "Heat".

Der Film läuft überraschend schnell an und entwickelt früh einen hervorragenden Unterhaltungswert. Durch ein unglaublich schnelles Erzähltempo und einen schnellen Schnitt kann "Departet" direkt zünden. Der Mittelteil ist sowohl spannend, als auch dramatisch. Es gibt Wendungen im Minutentakt und der Film lässt sich zu keinem Zeitpunkt ausbremsen oder die Fahrt nehmen. Zum Finale hin überwiegt dann die Dramatik und in alter Western-Manier wird der Film spannend und bleihaltig beendet. Der Film bietet über die vollen 150 Minuten Unterhaltung und Spannung non stopp.

Martin Scorsese leistet wie gewohnt hervorragende Arbeit. Zusammen mit der übrigen, routinierten und hervorragenden Crew, unter Anderem bestehend aus Michael Ballhaus (Kamera) und Howard Shore (Musik) setzt er dieses Meisterwerk in Szene. Beim Erzähltempo leistet er überragende Arbeit und lässt den Film zu keinem Zeitpunkt auf der Stelle treten. Darüber hinaus setzt er Shores Musik perfekt in Szene und kann die bedrohliche und gespannte Atmosphäre mit dieser betonen. Die Kulisse passt ebenfalls sehr gut zum Film. Scorsese ist wie immer sehr stilsicher und leistet sich kaum Fehler. Einmal mehr ist seine Umsetzung äußerst brutal und schwer zu schlucken. Nach "Hexenkessel", "Goodfellas" und "Casino" liefert er endlich wieder einen seiner hervorragenden Gangster-Dramen.

Der Cast ist natürlich allein von den Namen her schon ein Traum. Leonardo DiCaprio spielt hervorragend und liefert nach "Aviator" und "Gangs of New York" erneut einen Film mit Martin Scorsese ab. Er spielt hervorragend und liefert sich ein gnadenloses Duell mit dem ebenfalls brillierenden Matt Damon. DiCaprio und Damon spielen die ganze Zeit über hervorragend und gestalten das Duell noch spannender. Nachdem Robert de Niro und Al Pacino durch diverse Gangster-Rollen zu Kultdarstellern wurden, darf jetzt auch Jack Nicholson mal "Pate" spielen. Er ist sehr überzeugend und knallhart und rechtfertigt einmal mehr seinen Ruf als Jahrhundert-Darsteller. Mark Wahlberg ist sehr locker und sorgt für einige amüsante Momente. Dennoch kann er voll und ganz überzeugen und rechtfertigt mit der besten Leistung seiner Karriere seine Oscar-Nominierung. Wer hätte ihm das zugetraut, als er nach seiner Karriere als Modell und Rapper in das Geschäft einstieg. Martin Sheen, dessen Karriere nach "Apocalypse now" und "Gandhi" so allmählich den Bach runter geht, ist endlich noch einmal in einer guten Rolle zu sehen, die er routiniert meistert. Alec Baldwin, dessen Part überraschend kurz ausfällt, leistet ebenfalls gute Arbeit. Der Cast ist perfekt.

Fazit:
Martin Scorsese liefert mit seinem vierten Gangster-Epos den besten Film des Genres seit Michael Manns Heat. Durch den hervorragenden Cast und seine stilsichere Umsetzung kann er tief beeindrucken. "Departet" erzeugt von der ersten bis zu letzten Minute atemlose Hochspannung und konnte Zuschauer wie Kritiker gleichermaßen überzeugen und erhielt den Oscar für den besten Film. Die Story hat Tiefe und lässt die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Der Film ist auf jeden Fall empfehlenswert, mir persönlich hat er sehr gut gefallen. Wen stört da noch, dass er ein Remake eines Honkong-Thrillers ist?

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