„Scanner Cop 2“ ist eine leider nur durchschnittliche Fortsetzung des fetzigen B-Movies bei dem Pierre David dieses Mal nur Produzent und nicht mehr Regisseur ist.
Die Polizei greift in einem Steinbruch den verwirrten Karl Volkin (Patrick Kilpatrick) auf und sperrt ihn in eine Zelle. Doch dieser ist ein Scanner und befreit sich mit Hilfe seiner telepatischen Kräfte, wobei er seine Bewacher allesamt tötet. Damit will der Film schon zu Beginn etwas Action zeigen und gleichzeitig die Scanner-Fähigkeiten einbauen, was halbwegs unterhaltsam ist.
Der Held ist auch in der Fortsetzung der titelgebende „Scanner Cop“ Samuel ’Sam’ Staziak (Daniel Quinn), der mit Hilfe einer Beratungsstelle für Scanner auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter ist. Inzwischen schluckt er eine neue Medizin, um seine Fähigkeiten gezielt einsetzen zu können, z.B. gegen eine Horde Geiselnehmer. Damit geht es dann auch nach wenigen Minuten zum zweiten Mal rund, auch wenn die nicht genau definierten Scanner-Fähigkeiten noch zugenommen haben scheinen (z.B. können jetzt auch unbelebte Objekte manipuliert werden.)
Doch Sam muss sich erst mal Volkin stellen, der Rache für seine Verhaftung durch Sam will. Zwar ist Sam der stärkere Scannner, doch Volkin hat eine gefährliche Gabe entwickelt: Er kann anderen Scannern die Kraft entziehen, wodurch seine eigene stärker wird...
Die Story von „Scanner Cop 2“ ist Durchschnitt, kann aber immerhin ein gewisses Maß an Spannung aufbauen, auch wenn das Duell der Scanner in der Mitte etwas versandet. Hier werden Scanner-Übernahmen durch Volkin aneinandergereiht, was zwar effektvoll, aber wenig aufregend ist. Das Tempo ist irgendwo im Mittelfeld anzusiedeln, aber abgesehen von der Mitte treten an sich keine Längen oder Löcher in der Handlung auf.
Leider fehlt „Scanner Cop 2“ das gewisse Etwas, das den Vorgänger ausmachte. So ist die Figur des Sam dieses Mal sehr viel flacher ausgefallen und auf seine persönliche Situation wird nicht mehr eingegangen (so bleiben z.B. auch die Adoptiveltern trotz ihrer wichtigen Rolle im ersten Teil komplett außen vor). Dies liegt zum Teil auch an der Einführung des neuen Wundermedikaments, denn im ersten Teil konnte man das psychische Leiden des Helden nach Absetzen der Medizin gut behandeln, was hier durch das neue Medikament wegfällt.
Der Actionanteil wurde noch weiter zurückgefahren als im Vorgänger und stattdessen wird fast ausschließlich auf Duelle mit Scanner-Kraft gesetzt. Dies ist sicherlich mal eine Abwechslung im B-Film-Bereich, aber leider wird der Film stellenweise nur zur Effektschau. Im Gegensatz zum Vorgänger werden hier keine Illusionen mehr gezeigt, sondern „Scanner Cop 2“ setzt ausschließlich auf die splattrigen Effekte, weshalb er (in der ungekürzten Fassung) härter geraten ist als der Vorgänger. Die Effekte sind auch ziemlich gut gemacht, aber leider im Vergleich zum Vorgänger recht eintönig.
Daniel Quinn spielt ganz solide und relativ überzeugend, aber seine Performance im Vorgänger war weitaus besser. Patrick Kilpatrick ist ein 08/15-Bösewicht, aber auch kein Totalausfall. Die restlichen Darsteller machen ihre Sache allesamt ganz OK, aber echte Highlights sind unter ihren Leistungen nicht zu finden.
„Scanner Cop 2“ ist sicherlich immer noch ein passabler B-Reißer, aber steht dem Vorgänger in mehreren Punkten nach.