Review

Französische Komödien sind nicht unbedingt meine Domäne. Aber ein Idealfall einer solchen wäre für mich, wenn sie von dieser gewissen Leichtigkeit ist, die man einer guten Komödie aus Frankreich ja gemeinhin auch gerne unterstellt. Und sie sollte unbedingt - erst dann ein Idealfall - über etwas Hintergründigkeit verfügen und gar nicht so wenig Bitterkeit (ja, das Leben ist hart). - Grundvoraussetzung bei all dem natürlich, dass Humor und Protagonisten für mich funktionieren.
Die Bestechlichen (Les ripoux) ist  so ein Idealfall. Ich gucke mir den Film alle Jahre wieder gerne an (und Paris ist dabei auch schön zu betrachten, wenngleich von seiner schmutzigen Seite).

Philippe Noiret und Thierry Lhermitte harmonieren als völlig gegensätzliche Polizisten - es ist ja auch ein Buddy-Movie - bestens. Und Philippe Noiret und Régine als alterndes Liebespaar - er desillusionierter Inspektor, sie ohnehin desillusioniert, da Prostituierte - ebenso.

Boirond (Noiret) und Lesbuche (Lhermitte) handeln zwar im Laufe der Geschehnisse immer überspitzter - gerade Lesbuche wird doch arg schnell vom streberhaften Polizisten zum großen Korrupten, der seinen Lehrmeister Boirond locker in die Tasche steckt -, aber das alles ist schon sehr pointiert in Szene gesetzt und stimmt auch manchmal schön melancholisch.
Und es versteht sich dabei von selbst, dass es dem Film gelingt, seine Helden, trotz ihrer Gaunereien - die größten sind ja moralisch halbwegs abgesichert -, sympathisch erscheinen zu lassen.

Überhaupt nicht perfekter, aber toller Film, der übrigens gar nicht so oft nach 80ern ausschaut.

"Wenn es heißt, ein Mensch sei unbestechlich, frage ich mich unwillkürlich, ob man ihm genug geboten hat."
Joseph Fouché (1759 - 1820)

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