Review

Mein Senf zu diesem Machwerk:

300, ein überhyptes, dummes Möchtegern-Schlachtengemälde aus der Hollywoodschmiede, der "Maschinerie des Beschissenem". Ja, Zack Snyder auch wieder ein Regisseur aus dem Abteil: jung, männlich, untalentiert sucht... gierige Produzenten die genug Geld haben um den Film aufzublasen und auf jeder Plattform zu bewerben damit auch der letzte Idiot mitkriegt das dies hier "der" Film des Jahres ist. Leider ist er das nicht.

Fangen wir bei der Story an: Einführung mit der üblichen "Kind-wächst-zum-Krieger-auf" Montage, langweilige, in ihrer Altbackenheit völlig alberne und verzichtbare Dialogszenen, getragen von digital verunstalteten Schauspielern die wohl besser in der Pornoindustrie aufgehoben wären. Worum gehts hier eigentlich? Genau! Eine leicht abgeänderte Legende billig nacherzählt. Comicverfilmung? Das ich nicht lache, das hier ist die unterste Kajüte der Historienschmonzetten, zumindest was das Drehbuch angeht.

Die Optik: völlig überstylt, was bei "Sin City" gut aussah und lebendig wirkte, sieht hier aus wie die immer gleichen, hässlich-monotonen Ölgemälde, uninspiriert und lachhaft. Wer hätte gedacht, dass sich die Filme, die vollkommen auf reale Sets verzichten und sich stattdessen auf Blue-Screen Technik verlassen selbst schon so schnell ein frühes Grab schaufeln?

Die Kämpfe: und das ist wahrscheinlich das schlimmste an dem Film. Die Schlachtszenen stinken! Jeder, der mal "Braveheart" gesehen hat, weiß, wie richtige Gemetzel aussehen sollten, hier haben wir schlecht chorographiertes Speergefummel und, und jetzt kommts... CGI-BLUT! Jeder, der behauptet "300" wäre brutal sollte sich die Szenen mal in Zeitlupe ansehen und diese schlecht animierten roten Pissklekse genauer betrachten. Unglaublich schlecht realisiert, und danke, Mr. Snyder, dass du mit deinem Machwerk die Etablierung von Computerblut und den Tod guter alter Blutpäckchen weiter vorantreibst!

Und die jenigen die den Film aufgrund seiner politischen Brisanz bemängeln (im Bezug auf den Irakkonflikt): wie bitte? Was hat eine uralte Legende mit heutigen politischen Ereignissen zu schaffen? Ich konnte jedenfalls keine Parallellen finden. Der Film bietet soviel Gründe verachtet zu werden, warum nicht einen richtigen suchen?

Mir ist klar, dass ich von einem Film wie "300" keine intelligente Unterhaltung zu erwarten habe, und es gibt auch durchaus Streifen die mit ausgeschaltetem Gehirn Spaß machen. Aber wenn ich mir 120 Minuten lang sagen lassen muss, für wie blöd mich der Regisseur und Drehbuchautor halten mir so einen Kotzbrocken zuzumuten der dann auch noch gefallen soll, ist für mich der Spaß vorbei.

Fazit: Wie schon Jean-Luc Godard es mit seinem grandiosem Film "Le Mépris" vor über 40 Jahren ausdrückte, will ich es auch halten. Hollywood, ich verachte dich.

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