Der Slahserfilm scheint man nicht tot zu kriegen. Nun folgt aus den Niederlanden ein kleiner Slasherfilm, der zwar ohne Ende bei so manchen filmen klaut, aber dennoch knapp 90 Minuten passabel unterhält.
Nachdem sich Kris (Victoria Koblenko) und ihr Vater im Auto streiten, verursacht dieser einen Verkehrsunfall, bei dem Kris’ Vater stirbt, sie aber nahezu unverletzt bleibt. Damit ändert sich ihr Leben schlagartig. Zur Trauerbewältigung will sie alte Sachen von ihrem Vater aus Belgien holen. Zusammen mit einigen Freunden reist Kris nach Belgien in die Provinz Limburg. Welche durch alte Steinkohleminen bekannt ist. In den Unterlagen ihres Vaters findet Kris eine Geschichte über den Massenmörder Andries Martins, der acht Kinder auf bestialische Art und Weise umgebracht hat. Daneben findet sie ein altes Ouijabrett, mit dem man angeblich Kontakt zum letzten Besitzer aufnehmen kann.
Ein Mitarbeiter der Mine bietet Kris und ihren Freunden an, die Mine zu besuchen. Nach einigen zögern nimmt Kris an und unter der Begleitung des Führer Louis und des Belgiers Marks. Bald darauf passieren unheimliche Dinge in der Mine. Die Gruppe wird eingeschlossen, so dass sich Louis allein auf den Weg machen muss, um Hilfe zu holen. In der Zwischenzeit benutzt die Gruppe das Ouijabrett und entfesseln so den Geist von Martins. Schon bald finden die Louis kopflos und Martins braucht weitere Opfer...
Relativ bekannt kommt einem die Story schon vor, erinnert sie doch ein wenig an Filme wie „My bloody Valentine“, der ebenfalls in einer Mine spielt. Natürlich wurde „Sl8n8“ auf ziemlich modern getrimmt. Nachdem die Charaktere eingeschlossen sind, werden erst mal ein paar Pillen geschmissen, den ein Trip muss in einer alten Mine doch besonders gut kommen.
Dennoch gibt es DIE Slasherperson in „Sl8n8“ nicht, da der Geist von Martins in die Körper seiner Opfer dringt und mit deren Hilfe tötet. Spätestens dann kann man auch eine gewisse Ähnlichkeit zu Bavas Dämonenteile nicht verleugnen.
Für deutsche Verhältnisse sind die Schauspieler natürlich total unbekannt und nichts sagend. Gemäß dem Motto „Warum Dinge ändern, die immer funktioniert haben“, funktioniert auch „Sl8n8“. Die Charaktere sind durch die Bank verschiedenen, von dem traumatisierten Opfer Kris, über den kommenden belgischen(!) Helden Mark bis hin zum Macho sind alle Typenzeichnungen vorhanden. Nur auf die typisch amerikanischen Sex = Tod Szenen hat man verzichtet. OK, würde in einer Mine auch nicht wirklich passen.
Was in den Niederlanden aber leider auch angekommen ist, ist die neue Kameratechnik, in Actionszenen alles so zu verwackeln, dass man bald gar nicht mehr erkennt. Was mir schon bei „Feast“ negativ aufgefallen ist, zieht sich mittlerweile auch durch „Sl8n8“. Sobald Tempo in den Film kommt und der erste dran glauben muss, scheinen die Regisseure ebenfalls etwas eingeworfen zu haben, denn es wird unheimlich schnell geschnitten, die Kamera fast durch die Luft geworfen, so dass der Zuschauer ja nicht mehr viel sieht. Vielleicht soll diese Technik auch bescheidene Budgets ein wenig kaschieren.
Nach einer gut halbstündigen Einleitung geht es dann auch teilweise ziemlich rund. Zwar watet „Sl8n8“ nicht knöcheltief im Blut, dennoch gibt es einige blutige Szenen, denn Martins beschäftigt sich gerne mit den Köpfen seiner Opfer. So kommen auch diverse Werkzeuge, die in einer Mine so rum liegen, zum Einsatz. Negativ natürlich, wie schon oben erwähnt, werden diese Szenen allerdings entschärft durch die Wackelkamera.
Fazit: „Sl8n8“ ist ein netter, kleiner Genrefilm aus den Niederlanden. Zwar biete der Film inhaltlich nichts neues und kopiert auch teilweise bekannte Filme, doch so viele Minen-Slasher gab es noch nicht. Der Film besitzt eine leichte Art von Humor und dank der Mine wird auch eine leicht klaustrophobische Wirkung erzielt. Hinzu kommen einige recht harte und blutige Effekte, so dass man „Sl8n8“ ohne Bedenken empfehlen kann. Als Zwischenmahlzeit, bis vielleicht irgendwann doch mal eine ungeschnittene Version von „My bloody valentine“ erscheint, ist „Sl8n8“ auf jeden Fall zu empfehlen.