Review

Seit geraumer Zeit bringen auch europäische Länder zeitgenössische Horrorstreifen hervor, die vergleichbaren Hollywoodproduktionen in Sachen Ausstattung in nichts nachstehen.
Nennen wir es mal einen Minen-Slasher, den uns da zwei Leute aus Holland und Belgien präsentieren. Der offenbart zwar keinerlei Novitäten, verläuft aber recht kurzweilig und zeitweise auch unerwartet splatterig ab.
Nur die Kamera…das ist wohl eher Unvermögen, als ein technischer Stil…

Hauptfigur Kristel verlor bei einem Autounfall, den sie selbst nur knapp überlebte, ihren Vater. Dieser lebte in letzter Zeit in Belgien, wo er den Geheimnissen des Serienkillers und Spiritisten Andries Martiens auf den Grund ging. Kurzerhand reist Kristel mit einer Handvoll Freunden dorthin, um seine Arbeit zu inspizieren. Der Abstecher führt die Gruppe zu einer Führung durch eine Kohlemine, in der der Killer einst gestorben sein soll. Prompt funktioniert der Lift nicht mehr, auf dass die Truppe in der Mine festsitzt.
Um sich die Wartezeit zu vertreiben, spielt man derweil mit einem Ouijabrett, was Teens in einem Horrorstreifen grundsätzlich nicht tun sollten,…

…denn selbstverständlich wird der Geist des Unholdes heraufbeschworen und fährt in den Körper einer Jugendlichen, um durch diesen zu morden. Wird dieser Körper getötet, heißt es Bäumchen wechsle dich, bis gegen Ende nur noch zwei, drei Flüchtige übrig sind.
Ist einem schon mal genauso untergekommen, macht aber immer wieder Freude.

Leider bieten die Flüchtigen keine sonderlich interessanten Charaktere, selbst die Heldin bleibt unter einer Tarot-Legerin, einem Querulanten, einer Peniblen und dem Besonnenen recht unauffällig und zeichnet sich eigentlich nur durch den Bezug auf ihren toten Vater und damit verbunden, der Bedrohung des Killergeistes aus. Also, eigentlich ist sie schuld an der kompletten Misere.

Diese wird allerdings erst ab da interessant, als der Geist in einen Körper switcht und so langsam Panik in der verwinkelten Mine aufkommt.
Bis dato ist nur der unvorhergesehene Autounfall interessant, sowie einige Rückblenden zur Zeit der Vorgeschichte um 1857.
Legt der Killer aber erstmal los, geht es ordentlich blutig und mit viel Schmackes zur Sache.
Da finden erbarmungslose Zweikämpfe unter ehemaligen Freunden statt und werden allerlei Waffen benutzt, die da als Werkzeuge in der Mine herumliegen.
Neben einigen Enthauptungen (oft sieht man nur Leichen ohne Kopf) gibt es eine Schaufel in Schulter und Mund, einen treffsicheren Speerwurf, Beißen mit Haut und Muskeln raus, sowie einen Gewehrschuss auf einen Kopf.
Die Effekte können sich allesamt sehen lassen, auf dass Gorehunde mit dieser Beute zufrieden sein dürften.

Acht Menschenopfer brauchte dieser Martiens einst, um einen Blick in die Hölle zu werfen. So soll dieses Ritual natürlich wiederholt werden, um entsprechend hinaus zu gelangen.
Was der allerdings mit dem erhofften Gold anfangen will, verrät das Drehbuch nicht, genauso wenig, warum manche Leute grundsätzlich das Gegenteil von dem machen, was in brenzlichen Situationen von Vorteil wäre. Aber ohnedem würde ein typischer Slasher weitaus weniger Momente zum Mitfiebern bieten, die hier bereits durch die klaustrophobische Atmosphäre der Mine hervorgerufen wird.

Weniger tun die Darsteller dafür. Die agieren zwar auf passablem Slasher-Performance-Niveau, doch außer Kurt Rogiers, der dem ebenfalls gebürtigen Niederländer Rutger Hauer verdammt ähnlich sieht, sticht hier niemand hervor.
Die erwähnte Wackelkamera fällt glücklicherweise nicht allzu negativ ins Gewicht, da immerhin auch variable Kamerapositionen zu finden sind, die weitaus professioneller anmuten. Zudem wurden einige Flashbacks geschmackvoll verfremdet und auch die durch Grubengas entstehenden Pyroeffekte, als auch das explodierende Auto zu Beginn, können sich durchaus sehen lassen.

Daraus ergibt sich im Gesamtbild ein nicht ganz so üblicher Slasher, wenn auch im Kern der unvermeidbar übliche Ablauf stattfindet.
Dafür geht es über weite Teile recht temporeich und knackig zur Sache, obgleich man eine ganze Weile Vorlauf benötigt.
Und als wirklich langweilig gestaltet sich nebenher so eine Führung durch die Mine nicht, denn immerhin haben wir anschließend wieder etwas dazugelernt.
Grubengas, Kanarienvogel, Feuermann, Sand und Wasser…
Knapp
7 von 10

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