Jetzt drehen auch die Holländer schon fleißig Slasher – das ist nah genug, um nach Granaten aus eigenen Landen („Swimming Pool“ etc.), mal einen Blick ins Coffee-Shop-Paradies zu werfen.
Was hat man alles verwurstet: eine alte Legende, ein Tütchen Okkultismus, ein stillgelegtes Minchen als Schauplatz (siehe auch: Blutiger Valentinstag) und ein böser Geist, der sich der steckengebliebenen Besucherschar untermischt und mit fratzigen Blutdurscht zum Kopfabschneiden/hacken/reißen/beißen ansetzt (siehe auch: Dämonen/Tanz der Teufel…).
Frisch geklautes Care-Paket?
Schon, aber in der Summe durchaus genießbar.
Möglicherweise, weil das Regisseursduo sich sichtlich bemüht hat, ein bisschen Atmosphäre in die prekäre Situation zu investieren – ist die Idee, dass sämtliche Minenangestellte abhauen, während die letzte Besuchergruppe noch unten ist, doch dämlich genug.
Auch die Zusammenstellung ist nicht gerade einfallsreich: das Seelchen mit dem verstorbenen Vater plus Schuldkomplex, eine Esoterikexotin mit Tarotkarten, ein fröhlicher Pillenschmeißer, ein patenter Riese und ein Modebrötchen sind genau die role models, die sich jeder Fridayfan und niemand sonst wünscht. Dazu noch ein belgischer Sozialfuzzi (der sieht so gut aus, der muß überleben) und zwei Schützlinge angeknackster Natur.
Visser und van Geloven exerzieren alles durch, was dazu gehört: fangen mit einem historischen Prolog an, dann ein Unfall, etwas Gefühl und in der Mine dann die üblichen Infos und kleinen Schocks, die im späteren Verlauf die Protagonisten halt retten oder in die andere Welt befördern. Vorhersehbar, aber dafür immerhin wie geölt ablaufend.
Zum Glück herrscht bald Panik allerorten, so dass die charakterlichen „Details“ (ahem) keine Rolle mehr spielen, statt dessen wird 10-kleine-Negerlein gespielt, wobei einer natürlich immer den Spaß verderben muß und der wechselt oft…
Weil es aber nie gar zu blöde wird und stattdessen eine mehr als gesunde Härte für alle Slasherfans herrscht, kann man sich die 90 Minuten problemarm einpfeifen, es spritzte der Lebenssaft zwar schon mal heftiger, aber die Leichenprops sind echt nicht ohne und auch beim Erwehren gegen dämonisch Besessene kloppt man schon mal mit allem rum, was so im Stollen drin ist (Rosinen, Sultaninen, Orangeat…tschuldigung…).
Schön komprimiert auf einen Schauplatz, inclusive des Minengeländes oben, das aber auch nicht sicher ist, wirkt „Schlachtnacht“ schön beklemmend, wenn auch die Auflösung schon in der ersten halben Stunde von weitem winkt und schreit.
Dennoch, wer mal wieder eine Runde Dauermeucheln will, der ist hier besser aufgehoben, als in so manchem Fridayfilmchen, die meistens nur an Breite, aber nicht an Substanz gewannen. 5,5/10