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Zu Beginn könnte man den Film durchaus als Komödie einordnen, die mit einigem Humor die skurrilen Gestalten und Situationen im Leben des Hauptdarstellers Pin Pon (Alain Souchon) darstellt.  So z.b. die schwerhörige Schwester seiner Mutter, die sexgeile Frau des Kinobesitzers und natürlich Isabell Adjani als zugezogene Dorfschönheit Eliane, die den Männern den Kopf verdreht und schnell den Ruf hat mit jedem in die Kiste zu springen. Dabei gibt es doch einige Momente, die durchaus zum schmunzeln anregen.
Anfangs widerwillig erweckt sie dann Pin Pon's volles Interesse und die beide kommen sich näher.
Das erinnert alles an 80er-Jahre Erotikkomödien, doch schnell wird klar, dass sich hinter der Fassade dieser humorvoll-skurrilen Liebesgeschichte tiefe Abgründe auftun. Der Schein trügt.
Eliane, die nach außen selbstbewusste junge Frau wandelt sich im Verlauf des Film zusehends zur rachegetriebenen Psychopathin, die nur ein Ziel vor Augen hat. Sie will Rache für ein Verbrechen, das lange zurückliegt, im Jahr 1955. Der verschwomme Hintergrund wird klarer und Zusammenhänge werden nach und nach aufgedeckt. Die Geschichte steigert sich immermehr und wird zunehmend bösartiger und abgründiger.
Zunehmend werden verstörende und realisch bittere Szenen in die Handlung eingebunden. Wenn man glaubt die Hintergründe und die Wahrheit zu den Geschehnissen im Jahre 1955 zu kennen werden alle Fakten über den Haufen geworfen und es entsteht ein psychisches Verwirrspiel, das in einem tragischen und ausweglosem Finale endet...

Die einzelnen Charaktere sind alles andere als oberflächlich, was den durchweg tollen Darstellern zu verdanken ist. Visuell ist der Film seinem Alter und seiner Herkunft entsprechend und durchweg sehr gut umgesetzt. Die einzelnen Szenen werden in ihrer Stimmung sehr gut dargestellt und glaubhaft und realistisch rübergebracht. Der Spannungsbogen baut sich während der Handlung immermehr auf und fesselt den Zuschauer unwillkürlich vor den Bildschirm.

Fazit:
Ein bösartiger Genre-Mix aus Kömödie, Thriller und düsterem Psychodrama. Dazu ein gehörige Portion Erotik.
Der Film hinterlässt seinen Zuschauer völlig überrumpelt und mit gemischten Gefühlen.
Ganz großes Kino, das im Gedächtnis bleibt!

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