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Erster und ganz klar bester Kinoausflug von „Geschichten aus der Gruft“ unter der versierten Regie von Ernest Dickerson.
Es beginnt so dermaßen billig als Primitivhorrorfilm, dass man aufstöhnen möchte – doch das entpuppt sich als Film im Film, den der Cryptkeeper gerade dreht. Damit hat „Ritter der Dämonen“ schon mal die Lacher auf seiner Seite, zumal der Auftakt vor schrägen Humor nur so strotzt (die Sprüche des Cryptkeeper sind einfach genial). Der Cryptkeeper erzählt, er habe einen neuen Film gemacht, „Ritter der Dämonen“ und zeigt ihm dem Zuschauer.
Damit beginnt dann erst die eigentliche Handlung und der Zuschauer wird direkt mittenrein geworfen: Brayker (William Sadler) flieht vor dem geheimnisvollen Collector (Billy Zane), der ganz klar nicht von dieser Welt ist. Denn der namenlose Jäger überlebt selbst eine Explosion unversehrt. Der Zuschauer weiß zwar noch gar nicht, was Sache ist, aber der Auftakt bietet so schon mal was fürs Auge (die Action) und fürs Ohr (im Hintergrund läuft „Hey Man, Nice Shot“ von Filter).

In dem Irrglauben den Collector abgehängt zu haben, verzieht sich Brayker in ein abgeschiedenes Hotel in einer verlassenen Kirche und will dort ein Zimmer mieten. Doch der Collector taucht auf, sodass bald für alle Personen in dem Gebäude ein Kampf ums Überleben losgeht…
„Ritter der Dämonen“ ist ein schräges Vergnügen, das zwar auch seine Gags hat, aber weniger klamaukig als der Nachfolger „Bordello of Blood“ rüberkommt. So bietet in erster Linie die Rahmenhandlung mit dem Cryptkeeper ein paar nette Gags, der Rest sind meist fiese Sprüche vom Collector. In Richtung von Funsplatter gehen die grotesken Todesszenen, wenn Dämonen durch Schüsse in die Augen getötet oder Opfer durch die Faust durch den Kopf zum Schweigen gebracht werden. Zudem sie die Effekte allesamt wirklich klasse aus, im Gegensatz zum durchwachsenen Nachfolger.
Vor allem aber ist „Ritter der Dämonen“ überraschend düster und spannend: Schnell entsteht eine typische Belagerungssituationen und die Dämonen attackieren von allen Seiten, was stellenweise an „Tanz der Teufel“ erinnert. Langsam wird die Horde nach Schema F dezimiert, aber da keiner der Darsteller damals ein echter Star war, bleibt es noch recht unvorhersehbar, wer dran glauben muss. Hinzu kommen ein paar gut platzierte Schockeffekte, wenn mal wieder ein Dämon unerwartet aus dem Hinterhalt hüpft.

Zur Genregroßtat reicht es dann jedoch auch nicht, denn zu mehr als netter Unterhaltung fehlt „Ritter der Dämonen“ noch etwas. So krankt der Plot nicht gerade an Üppigkeit und es fällt schnell ins Auge, dass das übliche Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip hier nur in etwas anderer Form runtergespult wird. Die eine oder andere Überraschung mehr würde die Geschichte zudem etwas interessanter machen, denn abgesehen von ein, zwei Momenten kommt keine Wendung hier so wirklich unerwartet.
Immerhin kann „Ritter der Dämonen“ mit einer gut aufgelegten Besetzung aus Hollywoods zweiter Reihe auftrumpfen. Ein Highlight ist klar Billy Zane, der als Fiesling mit viel Laune vom Leder zieht. William Sadler als geplagter Held ist fast ebenso gut, genauso CCH Pounder als mürrische Wirtin und Jada Pinkett als entnervte Arbeitskraft. Die anderen, weniger bekannten Darsteller machen hier auch einen nicht ganz so guten Job, doch solide ist ihr Schauspiel schon.

„Ritter der Dämonen“ erfindet das Horrorgenre sicher nicht neu, aber einen kleinen, recht spannenden Belagerungsfilm mit netten Gags bekommt man schon geboten.

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