Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen DVD-Fassung von Universal Pictures!
Mit "Ritter der Dämonen" von Regisseur Ernest Dickerson feierte die TV-Serie "Tales From The Crypt" ihr abendfüllendes Debut auf der großen Leinwand.
Mit raffiniert erzählten Stories, viel schwarzem Humor, einer hochkarätigen Besetzung, den besten Regisseuren und einem für eine TV-Serie hohem Maß an Splatter zählt die Kurzgeschichten-Anthologie um den Cryptkeeper zu den kultigsten Formaten, die jemals im TV ausgestrahlt wurden.
Die große Leinwand und andere Freigabekriterien ermöglichte es den Produzenten, den Splatter- und Sexgehalt in "Ritter der Dämonen" und dem anschließenden "Bordello Of Blood" nicht nur zu erhöhen, sondern auch auf die Spitze zu treiben.
Während es im TV zwar blutig, aber umso züchtiger zur Sache ging, setzten die beiden Kino-Ableger auf sattsam eingesetzten Gore und jede Menge schlüpfrigen Humor und nackte Möpse in allen Formen und Farben.
Ein Konzept, dass allerdings erst in "Bordello Of Blood" erfolgreich aufging - "Ritter der Dämonen" fehlt es einfach an guten Gags, einer vielseitigen Story und Pfiff.
Zugegeben: die Handlung vom Nachfolger "Bordello Of Blood" war auch sehr dünn und kaum der Rede wert, dafür aber abwechslungs- und wendungsreicher, zumal sich die Handlung nicht nur auf das titelbildende Freudenhaus konzentrierte, sondern Schauplatz- und Szenenwechsel für willkommene Abwechslung sorgten - während sich die Handlung von "Ritter der Dämonen" überwiegend auf ein skurilles Wüstenkaff-Hotel konzentriert und sich trotz kurzer Laufzeit sehr schnell Längen einschleichen und das von drei Autoren konzipierte Skript einfach zu wenig hergibt.
Billy Zane, das spätere "*Titanic*"-Ekelpaket, liefert allerdings als diabolischer Seelenfänger eine coole und teuflische Vorstellung ab und setzt auch als einziger Charakter in dem Dämonen-Spuk nennenswerte Akzente. Er ist praktisch die junge Ausgabe des *Leland Gaunt*, jenem teuflischen Antiquitätenhändler aus der Kingschen Romanverfilmung "Needful Things", der durch geschickte Manipulation die Seelen einer Kleinstadt einzufangen versucht.
William Sadler, sonst gerne als Bösewicht besetzt ("Stirb langsam II"), und auch Jada Pinckett Smith ("Sream II") bleiben dagegen relativ farblos und werden von Zane gnadenlos an die Wand gespielt.
Die Effekte sind teilweise sehr hart und gut ausgearbeitet, die musikalische Untermalung von Michael Kamen passt von Anfang bis zum Ende wie die Faust aufs Auge und auch die von Rick Bota geführte Kamera leistet sehr gute Arbeit.
Alles in allem fehlt "Ritter der Dämonen" einfach die Leichtigkeit und der abgefahrene Humor von "Bordello Of Blood" - denn bis auf wenige gute Gags nimmt sich der Spuk um Dämonen viel zu Ernst und wirkt teilweise wie eine Spaßbremse.
Handwerklich absolut solide mangelt es dem Film einfach an ausgeflippten Ideen und Abwechslung innerhalb der Handlung um durchgehend kurzweilig unterhalten zu können.
6,5/10