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Es ist kaum zu glauben was für einen miesen Start B-Regisseur Paul Ziller (Bloodfist IV - Deadly Dragon, Shootfighter 2) mit "Pledge Class" hinlegt. Ich würde mich schämen solch einen Schund dem Zuschauer präsentieren zu müssen, selbst für die 80er Jahre ist das zuviel des Guten, allerhöchstens für Trashfans konsumierbar.

Als Anwärter einer Studentenverbindung hat man es nicht leicht, das muss Larry Bonner (Todd Eastland) am eigenen Leib erfahren. Ihm und fünf anderen Anwärtern steht nämlich die sogenannte "Höllenwoche" bevor. Dort gilt es einige Prüfungen zu bestehen, nur wer alle besteht wird in die Verbindung aufgenommen. Doch im Haus der Verbindung ist vor Jahren ein tragischer Unfall geschehen. Bei einer Prüfung kam ein Anwärter ums Leben, sein Name war Sid (Will Kempe). Und nun scheint Sid von den Toten auferstanden zu sein und trachtet nach dem Leben der Studenten. Nicht nur für die Anwärter scheint die "Höllenwoche" eine völlig neue Dimension anzunehmen.

Ich zitiere den Spruch auf dem Cover "Wem Halloween, Freitag der 13. oder Scream gefallen hat, der wird diesen Film lieben. Nun, ich mag die drei genannten Filme, doch irgendwie will es mit der Liebe zu "Pledge Class" nicht so ganz funktionieren. Das fängt schon bei den laienhaften Darstellern an, die in der deutschen Fassung nochmal ein Stück schlechter wirken durch die verkorkste Synchro. Aber auch der Plot ist unterste Schublade. Da wird ein Mitglied der Verbindung an einen Baum gefesselt mit rohen Eiern und Müll beworfen, nur weil er sich verlobt hat, was für ein tolles Ritual. Doch den sechs neuen Anwärtern ergeht es noch viel schlechter. Unter ihnen ist Larry Bonner, dessen Hippiemutters Freund damals in der "Höllenwoche" ums Leben kam. In der ersten Halbzeit beschäftig man sich nur mit der Aufnahmeprüfung. Die Anwärter werden im Keller einquartiert und jeden Tag gedemütigt. Desweiteren muss einer aus der Verbindung den Verrückten spielen, um den Neulingen immer wieder Angst einzujagen. So müssen unsere Anwärter immer stramm stehen wie Soldaten, gefakte Kacke direkt aus der Toilette essen, eine Kirsche zwischen den Arschbacken von A nach B transportieren und sie schließlich essen. Desweiteren gilt es die Geschichte der Verbindung zu kennen und stets den Mitgliedern darüber Fragen zu beantworten. Wer versagt muss Liegestütze machen, oder kriegt den blanken Hintern mit einem Brett versohlt. Das Ganze ist dermaßen schnarchig und schlecht in Szene gesetzt, dass nicht mal unfreiwillige Komik zu Tage tritt.

Erst so ab Minute vierzig, darf der Hippiezombie Sid auftauchen. Und ratet mal, wo er herkommt denn ihr werdet es nicht glauben, nämlich direkt aus dem Scheisshaus. Zuerst schlüpft er in ein Mitglied der Verbindung und meuchelt alle bis auf die Anwärter nieder. Dabei beschränkt sich die Kulisse auf das Verbindungshaus. Das ist eine hässliche, ziemlich kleine und altmodische Bude, die Ziller in keiner Szene unheimlich gestalten kann. Auch der Score trägt in keinster Weise zur Spannung bei, der Komponist hat nämlich völlig das Thema verfehlt. Und wer jetzt immerhin auf ein paar Goreeffekte hofft, wir gnadenlos enttäuscht. Die eigentliche Tötung ist fast nie zusehen und wenn sind die FX alles andere als gelungen. Ausserdem sieht Zombie Sid aus, als hätte man ihm eine Torte ins Gesicht gehauen, Angst flößt er nicht mal einem Kleinkind ein. Aber das Beste ist sein Motiv, warum er aus der Toilette gekrochen kommt, um die ganze Verbindung dahin zu metzeln, das haut wirklich aus den Socken. So rennt man die ganze Zeit in dem kleinen Gebäude rum, anstatt einfach nur abzuhauen und lässt sich von diesem Trottelzombie abmurksen. Das ödet schon nach der ersten Minute an und so können selbst kurze 80 Minuten Laufzeit zu einer Qual werden.

Nicht mal unfreiwillige Komik könnte man "Pledge Class" irgendwie positiv zusagen, Zillers Regiedebüt ist rundum eine Katastrophe und zählt zu den schlechtesten Filmen die ich je gesehen habe. Wirklich zum abgewöhnen.

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