Review

Wenn ein Film schon nach einem Zitat aus der amerikanischen Verfassung (da gehört das Streben nach Glück zu den Grundrechten, die allen Menschen (okay, damals weiße Männer, aber wer wird denn so kleinlich sein?) gottgegeben zustehen) neginnt, sollte ich wissen, was mich erwartet - eine typische "Wenn du nur willst, kannst du alles erreichen"-Geschichte, in der ein Mensch seinen Traum verfolgt und durch harte Arbeit schließlich erfüllt.Wenn ich mich also darüber beschweren wollte, dass genau das passiert, läge das Problem bei mir, nicht bei dem Film. Aber das ist gar nicht mein Problem mit dem Film. Rocky zum Beispiel hat einen ähnlichen Plot, überzeugt mich aber völlig, im Gegensatz zu diesem Film. Was mir fehlt, ist Konflikt. Kein Konflikt mit der Welt, den findet man genug - Will Smiths Charme trägt locker, so dass der materielle Abstieg durchaus so etwas wie Mitelid erzeugt. Aber die Figuren untereinander geraten irgendwie nie in einen emotionalen Konflikt - die Ehe zerbricht an den Umständen, aber die Partner streiten sich nicht. Der Sohn wird (unsinnigerweise) in den Strudel gerissen, bleibt aber tapfer und wehrt sich nicht gegen die für ihn vollkomen unverständliche Situation. Ein Rassismussubplot wird angedeutet, führt aber nicht zu einer einzigen direkten Konfrontation - alle zwischenmenschlichen Probleme werden ausgeblendet, damit sich der Film auf die "Rags to Riches"-Story konzentrieren kann, die dann auch routiniert abgespult wird. Das ist innerhalb dieser engen Grenzen gut geschrieben und gespielt, führt aber nicht großartig zu irgendwas. Das ist schade, da der Film Potential für mehr gehabt hätte.
Und außerdem will ich mich noch kurz über Jaden Smith aufregen. Hier ist er noch einigermassen niedlich und stört die Hausfrau nicht beim Bügeln, aber danach hat er geholfen, "The Day the Earth stood still" an die Wand zu fahren (grausames Remake eines Meisterwerks), um sich dann als Kung Fu Kid, äh, Karate Kid zu versuchen, in dem verzweifelten Versuch, eine weitere Legende abzutöten! Und mit After Earth hat er dann M Night Shyamalans Karriere wohl den Todesstoß versetzt (Okay, das war nach "The last Verkehrsunfall, äh Airbender" auch keine Kunst mehr). Argh! Und das nur, damit Will Smith den Babysitter spart!

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