Wenn man die Masse amerikanischer Slasher mit diesem südkoreanischen Debüt vergleicht, fällt vor allem eins auf: Gelungene Figurenzeichnungen und keine austauschbaren Tölpel von der High School, die nur ans Feiern und Bömbeln denken.
Demgegenüber mangelt es ein wenig an einer schlüssigen Auflösung, die es sich in ihrer Quintessenz ein wenig zu einfach macht.
Hauptschauplatz ist eine ehemalige Schule am Meer, an der sich einstige Schüler der nunmehr schwer kranken Lehrerin Miss Park einfinden, um ihren Geburtstag zu feiern.
Wie sich herausstellt, waren die Beziehungen nicht immer so herzlich, wie es auf den ersten Blick scheint, doch dann wird die Gruppe von einer unbekannten Person dezimiert…
Aufgrund der Rahmenhandlung weiß der Zuschauer sogleich, wer das Massaker überleben wird, denn aus dieser Sicht wird das Geschehen in Form eines langen Flashbacks veranschaulicht.
Geister der Vergangenheit kommen schnell an die Oberfläche und nahezu jeder offenbart ein Motiv, die im Rollstuhl sitzende Lehrerin umbringen zu wollen, was sich innerhalb kleinerer spannender Momente andeutet, etwa, als eine beim Spaziergang kurz vor den Klippen den Rollstuhl anhält und mit unterdrückter Wut auf ihr damals reduziertes Äußeres aufmerksam macht.
So sind die Rollen der Opfer/Täter nicht eindeutig verteilt, immer wieder platzt ein einschneidendes Erlebnis aus der Schulzeit heraus, denn im Endeffekt wähnt eine Lehrerin erfolgreiche junge Menschen, die in Wirklichkeit eher Verlierer sind und ein derbes Manko mit sich herumtragen.
Dazu fließt bei einigen eine Menge Alkohol, während sich andere an den Strand zurückziehen, an dem es auch nicht sicher scheint, denn nebenher wird die Existenz eines verunstalteten Jungen ins Spiel gebracht, von dem man nie so genau weiß, ob der nicht vielleicht noch umgeht oder mittlerweile verstorben ist.
Etwas mehr Bewegung kommt ins Spiel, als man im Keller die ersten Leichen findet und jemand hinter einer Hasenmaske enttarnt werden muss. Zudem steigert sich der Zorn gegen die Lehrerin in körperliche Aggressivität, so dass es zu kleineren Rangeleien kommt.
Im letzten Drittel folgen schließlich zwei Plot Twists, von denen einer die Stimmung ins leicht Depressive kippen lässt und mit tragischer Motivlage reichlich auf die Tränendrüse gedrückt wird.
Dabei hat man sich zwar ordentlich was einfallen lassen, doch gegen Ende wälzt man jenen Twist zu sehr aus und es kommt zu einigen unlogischen Aspekten.
Insgesamt bietet sich ein anspruchsvoller Streifen mit äußerst wenigen Gewalteinlagen, aber einigen atmosphärischen Momenten und soliden darstellerischen Leistungen.
Dazu passt die sensible Musikuntermalung, nur die Kamera wirkt phasenweise ein wenig unprofessionell mit verschiedenen, beliebig wirkenden Zoomeinstellungen und leichten Verwackelungen.
Ein ruhiger Film und die meiste Zeit über mehr Drama und Thriller denn Horror, aber zumindest erfrischend, was die ausführliche Figurenzeichnung angeht, die über weite Teile einen passablen Spannungsbogen aufrechterhält.
6,5 von 10