"The Sore Losers" ist wohl der trashigste Film, den ich seit langer Zeit gesehen habe. Und ich schaue eigentlich schon recht viel Trash... Wie kommt man denn eigentlich dazu, sich dieses außergewöhnliche Machwerk anzuschauen? Ich kann von mir durchaus behaupten, zielstrebig auf jegliche filmerischen Ergüsse zuzugehen, hier war es aber anders: Ich saß nichts ahnend auf meiner gemütlichen Toilette und widmete mich der bedeutsamen Videospiellektüre. Plötzlich kam mein Bruder voll Enthusiasmus angetrampelt und hielt mir stolz seine neueste Errungenschaft entgegen. "Hat nur 3 Euro gekostet", spuckte er mich begeistert an. Ohne diese Aussage zu verurteilen, wog ich nun ab, wie die Qualitäten des Streifens wohl einzuschätzen seien. Wie von Laser Paradise gewohnt, sah schon das Cover verhältnismäßig self-made aus. Dann aber der erste Hoffnungsschimmer: "Collector's Edition: Includes Guitar Wolf Hit Video". Also DVD rein ins Abspielgerät. Im Menü natürlich kein Hit Video von Guitar Wolf, also was soll's: Film ab. Nach dem peinlichen Laser Paradise-Intro dann die nüchterne Erkenntnis: Es läuft nichts! Das ist mal RICHTIGER Trash! Nach drei Versuchen und ein wenig Kapitelaauswahl- und Rewindtrickserei hab ich es dann doch noch irgendwie geschafft, das Ding zu starten...
Zur Story: Blackie (Jack Oblivian) hat vor 42 Jahren neun Hippies umgebracht. Sein Auftrag bestand jedoch darin, zwölf Hippies zu töten! Also muss er seine Mission jetzt zu Ende bringen. Ach ja, er ist Außerirdischer (wieso auch nicht?) und muss im Falle eines Versagens auf ewig als Erdenbewohner dahin vegetieren. Unterwegs trifft er seinen alten Kumpel Mike (Mike Maker) und die dralle Kerine (Kerine Elkins) (anscheinend, wie aus den Credits hervorgeht, ein Hermaphrodit). Jedenfalls tickt Kerine aus und tötet ihre Eltern. Das bedeutet für den armen Blackie, der selbst schon wieder ein bisschen gemordet hat, dass nun 13 Hippies getötet wurden. Einer zu viel. Doch noch ist nicht alles verloren: Die süße D'Lana (D'Lana Tunnell), die anscheinend von einem Amazonenplaneten stammt, dies aber bereits vergessen hat, kreuzt den Weg der Truppe. Wird sie getötet, darf Blackie doch wieder von der Erde. Zu allem Überfluss verliebt sich jedoch Mike in sie... und die berüchtigte Band Guitar Wolf taucht als Men in Black-Unterstützung auf.
Wow! Die Story ist nicht von schlechten Eltern, würde ich mal so plump dahersagen! Genau das richtige für einen LUSTIGEN Trashfilm. Keineswegs bodenständig, aber danach fragt ja auch niemand. Viel eher würde die Bezeichnung "bescheuert" passen. Aber schlechte Geschichten ruinieren keine Filme. Und schon gar nicht diesen hier. Daran sind ganz andere Makel schuld. Fangen wir bei den technischen Problemen an: Die desaströse Filmqualität könnte man noch auf Laser Paradise schieben. Doch wer ein bisschen nachforscht, findet heraus, dass Regisseur John Michael McCarthy eigentlich immer auf totale Amateurkameras zurückgreift. Also war schon das Master übelst verhuntzt. Weiter gehts mit der schäbigen Synchro. Die klingt maßlos überzogen oder aber auch manchmal zu lasch. Manchmal ist auch die Lautstärke der verschiedenen Stimmen unterschiedlich, so dass man den Protagonisten ab und an nur schwer verstehen kann, während die mollige Kerine laut und widerwärtig herumgrunzt. Jedoch sollte man auch bedenken, dass die Synchro den "Charme" der Originalstimmen recht gut einfängt... jedenfalls fällt der Film sowohl in visueller, als auch in akustischer Hinsicht auf ganzer Linie durch! Weitere kleine Details sind mickrige Schussgeräusche und ein verkorkster Schnitt. So werden manchmal extrem kurze Nahaufnahmen in Dialoge hineingeschnitten. Einfach nur lachhaft.
Überhaupt scheint sich der Regisseur an keiner einzigen Stelle Mühe gegeben zu haben. Am peinlichsten ist wohl jene Szene, in der Mike das erste mal D'Lana sieht: Hier führt sie offensichtlich eine Strip- oder Erotikshow oder so vor und präsentiert sich dafür auf ihrem Motorrad (und hebt es anschließend hoch... blabla); jedenfalls ist hinter ihr ein Greenscreen zu sehen. Aber er ist mit keinerlei Bildmaterial ersetzt worden! Wie kann man nur so pfuschen? Die Szene dauert bestimmt 2 Minuten oder so und man hätte nur ein x-beliebiges Bühnenbild einsetzen müssen! Dazu kommen dann noch die strunzdummen Dialoge, die so unharmonisch und sinnentlehrt sind, dass man sich die Haare ausreißen kann. Entweder man lacht sich den Film über halb tot oder man bedauert, für solch einen Schmu seine Zeit geopfert zu haben. Bei mir war es wohl irgendetwas dazwischen. Man bedenke nur die immens untalentierten Darsteller (Kerine schießt dabei den Vogel ab!!!) und die bescheuerten Ideen.
Wenigsten treten Guitar Wolf auf, aber auch ihr Auftritt ist alles andere als beeindruckend. Die Musikauswahl hingegen ist gar nicht mal so misslungen, aber bei diesem Streifen ist einfach nichts mehr zu retten. So muss ich leider eingestehen, dass dieser Film zu viel des Trashes ist; anfangs durchaus noch zum bepissen, später leider nur noch langweilig. Sehenswert: Viele nackte Weiberbusen und die vielleicht schlechtesten SFX seit langem. "Wild Zero" ist tatsächlich um einiges sehenswerter...