Review

Gesamtbesprechung

King of Queens ist wohl die erfolreichste (und beste) Comedy-Serie dieser Zeit, erwähnenswerte Konkurrenz gleich Null. Das liegt zum einen an den Wiedererkennungswert der Figur des Douglas Heffernan, dessen Persönlichkeit mit der mancher Fernsehzuschauer wahrscheinlich deckungsgleich ist.

Das Grundschema ist allerdings nicht neu, ein hübsches Ehepaar, dass sich vielen problematischen Situationen ausgesetzt fühlt. Einzig neu bei dieser Sache ist der Vater der Hauptprotagonistin Carrie, Arthur Spooner, gespielt von Jerry Stiller. Stiller hat eine ungeheuere Ausstrahlung während der Serie, und so kommt es nicht selten vor, dass sich Stiller mit Doug (Kevin James) schauspielerisch messen muss, was meistens unentschieden ausgeht. Fast schon blass wirkt in solchen lustigen Folgen Leah Remini, die Carrie spielt. Zwar kann man sich auch mit ihr hin und wieder vergleichen, aber letzendlich ist sie nur hübsches Deko-Beiwerk neben James und Stiller, während sie auch nicht allzu viele Gags auf ihrer Seite hat. Das liegt aber auch an der Charakterentwicklung während der Serie.

Doug und Arthur haben sich nicht allzu großartig entwickelt, aber Carrie mutierte vom lieben Frauchen zum dauernd angepissten Weib, was sich von fats keiner Aktion nicht irgendwie sofort beleidigt bzw. angesprochen fühlt. Das kann in der Hinsicht nerven, dass man gegen Ende der Serie einfach kein Mitgefühl mehr mit ihr hat, ja man wünscht sich beinahe, dass ihr was schlechtes wiederfährt.

Auch in den Nebenrollen gibt es ein bis zwei vielleicht ärgerliche Veränderung während der Serie. Einige Charaktere wurden einfach weggelassen, ohne jegliche Erklärung. Auch einer der lustigsten Charaktere der Serie, Richie, musste sich diesem Drehbuchwahn hingeben, mit der nicht unbedingt einleuchtenden Erklärung, "er habe nicht mehr in die Serie gepasst". Auch Carries Vorgesetzter Pruzan taucht später nicht mehr auf, er wird aber (sehr mangelhaft) von Carries späteren Koleginnen ihrer neuen Arbeitsstelle ersetzt, dazu gehört auch eine sprichwörtliche lange Dürre... mit Brille. Im Gegenzug führ Richies Verschwinden wird Dougs Cousin Danny mehr ins Licht gerrückt, der aber immer mehr nur wie ein Abziehbild von Doug wirkt. Die einzigen, die den Transport innerhalb der Serie halbwegs gut überstanden haben sind Deacon und Spence, auch wenn die Mutter-Beziehung von letzerem äußerst weit ausgebaut wird.

Wie in fast allen Serien sind auch "nur" die mittleren Folgen der Serie wirklich urkomisch und fast schon perfekt. Am Anfang der Serie hapert es wie gesagt ein wenig an der Personen-Charakterisierung und gegen Ende wirkt alles zunehmend übertrieben und beinahe schon verzweifelt bemüht, lustig zu sein. Dass soll nicht heißen, dass die späteren Folgen schlecht sind, aber gegenüber älteren Folgen sind sie schon irgendwo abgefallen.

Das eher mäßige Finale der Serie lässt auch viel zu viele Fragen offen, die nur durch eine unangekündigte und wahrscheinlich nie realisierte 10.Staffel geklärt werden könnten. Demnach ist es irgendwie traurig, dass die Serie in einem storytechnischen Höhepunkt mir nix dir nix endet. Doug und Carrie haben zwei Kinder (und offensichtlich Probleme mit diesen), Arthur zieht nach einer missglückten Beziehung wieder zu den beiden und scheinbar kann es gar nicht schlimmer kommen... und zack... ist die Serie aus. Unbefriedigte Gefühle sind verständlich.

Trotzdem bleibt King of Queens DIE Vorzeige-Serie der heutigen Zeit, viele haben versucht, sie zu kopieren, konnten aber nie an die Qualität und den Erfolg anknüpfen.

Fazit

Sehr gelungene Serie, mit fast durchweg sympatischen Darstellern, einigen kultverdächtigen Gags und erinnerungswürdigen Episoden. Diese Serie wird genauso wie "Eine schrecklich nette Familie" in die Geschichte der Serien eingehen.

9/10

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