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"King of Queens" ist eine sehr amerikanische Sitcom, die den Lifestyle des US-Mittelstandes selbstironisch durch den Kakao zieht. Vielleicht ist gerade dies der Grund für die inzwischen auch in Deutschland entstandene unbändige Sympathie, die man für den übergewichtigen Sport-, TV- und Fast Food-Junkie Doug Heffernan (Kevin James), seine innere Stimme und Ehefrau Carrie (Leah Remini) sowie deren kauzigen Vater Arthur Spooner (Jerry Stiller) empfindet.

Zum Inhalt: das Dreigestirn gerät ständig in die absurdesten Situationen, meist hervorgerufen durch Dougs Vorlieben für Essen, Fernsehen und Sport, durch Arthurs exzentrische Aktionen (schon dafür, daß er im Keller des Hauses seiner Tochter und seines Schwiegersohnes lebt, gibt es eine dementsprechende Erklärung: nach dem Tod seiner Frau hat er beim Wasserkochen aus Versehen das ganze Haus abgefackelt) und Carries Streben nach einer Karriere in der Anwaltskanzlei, in der sie als Anwaltsgehilfin arbeitet. Kurz gesprochen: einer der drei macht Unsinn, die anderen werden damit konfrontiert.

Um diese drei Protagonisten gesellen sich die interessantesten Charaktere. Da wäre vor allem Dougs Freundeskreis, der sich zusammensetzt aus seinem Arbeitskollegen und besten Freund Deacon Palmer (beide arbeiten bei einem Lieferdienst), dem Frauenheld und Feuerwehrmann Richie und der ewigen Jungfrau und "U-Bahn-Frettchen" Spence Olchen. Gelegentlich wird dieser Freundeskreis komplettiert durch Dougs anhänglichen Cousin Danny und the incredible Hulk himself: Lou Ferrigno (der sich auf beste Manier selbst auf den Arm nimmt). Dann wäre da noch Deacons Frau Kelly (Carries beste Freundin), die nervigen Nachbarn, Spence`s einnehmende Mutter, die Hundefrau Holly usw.

Die Erklärung für das Erfolgsgeheimnis ist eigentlich recht einfach. Die Stories sind bis in die heutige Staffel hinein sehr einfallsreich und bieten genug Gelegenheiten für massenweise Witze und Slapstickeinlagen. Die Charaktere sind genauso liebenswert wie identifikationswürdig. Gelegentlich gibt es sogar Gastauftritte (Ben Stiller in einer Rückblende als Jerry Stillers Vater - klasse!). Insgesamt findet man alles, was man sich von einer guten Sitcom erwartet.

Die deutsche Synchro ist ebenfalls sehr gelungen. Jerry Stiller wirkt in "King of Queens" durch seine Synchro um einiges witziger als vergleichsweise in der deutschen Fassung der populären Sitcom "Seinfeld", wo ihm eine andere Stimme verpasst wurde. Auch die anderen Charaktere werden würdig ins Deutsche übersetzt.

Unter dem Strich bleibt zu sagen, daß das Sitcom-Genre durch diese Serie erfolgreich ins neue Jahrtausend manövriert wurde. Es ist zwar schwer, den Heimwerkerkönig (Tim Taylor) oder den König des Klos (Al Bundy) zu schlagen, aber der König von Queens ist eine ernstzunehmende Konkurrenz. Uneingeschränkte Empfehlung für jene, die es bislang tatsächlich geschafft haben, sich an den täglichen 1 1/2 Std.-KoQ-RTL2-Marathons vorbeizumogeln. Verdiente
9/10

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