Review

Mittels ihrer fortgeschrittenen Technologie , können Außeridische Menschen in vergangenen Zeiten übernehmen und diese wie Spielfiguren benutzen , damit diese sich gegenseitig töten . Als Preis winkt den Gewinnern des Spiels ´Blue´- eine Flüssigkeit , die sie lange leben und sogar jünger werden lässt , die aber auch abhängig macht und ohne die man schnell stirbt . Auf der Erde bricht unterdessen der junge Jesse aus einem Waisenhaus aus , um seine Eltern zu suchen . Diese sollen zwar tot sein , doch hat Jesse die Ahnung , dass sie doch noch leben könnten . Was für ein Glück , dass  Isaiah - der Hausmeister des Waisenhauses - sich als Außeridischer entpuppt , der Jesse einen Weg in die Zeit des Wilden Westens weist , in der Jesses´Familie noch am Leben ist ... 

Da wollte Regisseur Glickenhaus , der ja eher für brachiale Actionfilme wie " Exterminator " oder " The Protector " bekannt war , ganz offensichtlich in den profitablen Markt für Familienfilme einsteigen , fiel damit glatt auf die Nase und beendete damit nicht nur seine Karriere , sondern die seiner gesamten Familie  . 
Denn die Hauptrolle hatte Glickenhaus gleich mit seinem eigenen Sohn Jesse besetzt ( seine Tochter spielte auch noch mit , war aber nicht wichtig ) , der schon in zwei anderen Glickenhaus Filmen jeweils einen Jungen namens Jesse gespielt hatte . Entweder hatte Glickenhaus keinerlei Fantasie bei der Namensgebung oder Jesse konnte sich seine Rollennamen sonst nicht merken . 
Diese  Besetzung erweist sich dann auch sogleich als erster Fehler , da Sprössling Jesse mitnichten über das Charisma z.B. eines Michael J. Fox verfügt , um das schwache Drehbuch kaschieren zu können . Und das ist wirklich schwach zu nennen . Wer schon mit den besseren Zeitreisefilmen nicht zurecht kommt , dem werden hier die Haare zu Berge stehen . Denn die Geschichte ist so unverständlich , dass ich mich für die Richtigkeit der obigen Inhaltsangabe nicht verbürgen kann . 
Da geht es einerseits um Außerirdische ( sehen natürlich wie Menschen aus ) , die mit Raumschiffen durch die Zeit fliegen , andererseits gibt es Risse in der Zeit ( ähnlich wie in " Time Bandits " ) , durch die man nur in bestimmte Zeiten springen kann und die sich dann schließen . Jesse und seine Familie existieren in verschiedenen Zeiten ( oder Parallelwelten ? ) und können sich vage an andere Leben in vergangenen Zeiten erinnern , gleichzeitig ist Jesses´Mutter aber auch eine der außerirdischen Spielerinnen und Jesses´ Vater gleichzeitig scheinbar eine Spielfigur in der außeridischen Welt . Gibt es denn generell alle Menschen mehrfach oder nur Jesses´s Familie und warum gibt es Personen nicht doppelt , wenn sie in eine andere Zeit reisen , in der ihr anderes Ich lebt ? Übernehmen die außerirdischen Spieler irgendwelche Menschen in der Vergangenheit oder werden diese extra dahin geschickt ? Und warum sind diese Spiele so unglaublich wenig nachvollziehbar ? Sind Jesse und seine Familie besondere Menschen oder Außerirdische oder was ? Wieso lebte der außerirdische Pat Morita jahrzehntelang als Hausmeister in den langweiligsten Zeiten , obwohl er doch von ´Blue´ abhängig ist und eigentlich innerhalb von kürzester Zeit ohne ´Blue´ sterben müsste ? 
Man möge mir glauben , wenn ich behaupte , dass dies nur die absolute Spitze des Schwachsinnseiseberges ist ! 
Dazu gibt es noch eine lächerlich hölzerne " Liebesgeschichte " zwischen Jesse und einem Mädchen aus dem Wilden Westen und generell einen jugendlichen Helden , der nervt wie selten ein anderer , weil er in jeder Situation der Tollste sein muss . Nicht nur , dass es ihn offenbar keine Sekunde lang überrascht , dass es Zeitreisen gibt ( scheint hier sowieso niemanden zu wundern ) und Pat Morita ein Außerirdischer ist , tritt er auch in einer Rockerkneipe mal eben einem Biker zwischen die Beine , heilt seinen todkranken Vater , löst eine tödliches Pistolenduell im Wilden Westen aus , bringt Billy the Kid das Pistolenziehen bei , kann nicht nur Motorradfahren sondern auch noch mit eben jenem über einen fahrenden Zug springen , rettet ganz nebenbei das Leben eines ´Blue´-Abhängigen den alle anderen ignorien , ist aber andererseits zu bescheiden ein Geschenk des Geretteten anzunehmen und kann mit einem einzigen Pistolenschuss die Erde vor der lächerlichsten Gefahr eines Weltuntergangs retten , die je auf Zelluloid gebannt wurde - zwei Transformern , die ( KEIN WITZ ! ) aus einem Rührgerät und einem fliegenden elektrischen Messer bestehen ! 
Pat Morita steht meist nur als Erklärbär herum , weit entfernt von seiner Mr. Miyagi Rolle , wegen der man ihn bestimmt engagiert hatte , und scheint nur dafür verantwortlich zu sein den größten Käse , den sich das Drehbuch gerade mal wieder ausgedacht hat , irgendwie zu rechtfertigen . 
Als weitere Enttäuschungen bleiben noch ein paar schlechte CGI Effekte anzumerken , sowie die lächerliche Art der Reise zwischen den Zeiten ( mit einem alten Pilotenhelm auf dem Kopf baumelt man durch eine Art Weltall mit großen Blasen ) , sowie die Tatsache , dass Jesse nur in den Wilden Westen reist . Von Mittelalter , Steinzeit , Antike , den Swinging Sixties oder weit entfernter Zukunft keine Spur ! 
Überraschend ist an dem Film letztlich nur der Aufwand , der größer ist , als das billige Cover vermuten lässt . Neben einer belebten Westernwelt , gibt es noch eine große Halle , in der die Zukunft spielt , eine extra gebaute Tankstelle in der postapokalyptischen Wüste , sowie eine Skiabfahrt im James Bond Stil , die aber keine Sekunde für Spannung sorgen kann . 
Kurz : Ein absoluter Blödsinn und ein wirklich dankbares Opfer , um sich darüber lustig zu machen .

Details
Ähnliche Filme