Review

Inhalt:

China, in einer hochmittelalterlichen Epoche. Chin Teng-Chiao (Luo Bin) ist der Sohn des einflussreich-reichen Chin Chan-Pang (Tsao Chien), und begehrt die äußerst attraktive Tochter einer Familie des Ortes. Er nimmt sich, was er begehrt, und tötet die Familie der Frau, deren Mutter (Chiu Ting aka Chao Ting) und Vater (Hung Fa-Long) sowie den Verlobten auf brutale Weise.

Somit ist Chin Teng-Chiao ein gesuchter Mörder. Die Schwert- und KungFu-Fighterin Suma Mu-Rong (Polly Shang-Kuan) stellt sich in den Dienst der Behörden, um Chin Teng-Chiao festzunehmen. Die Gefangennahme gelingt, und Chin Teng-Chiao soll in der Provinz-Hauptstadt vor Gericht gebracht werden, hierzu muss der Black River erreicht und überquert werden.

Chin Chan-Pang will indes seinen Sohn befreit sehen, seine "Rechte Hand" Chin Tianba (Chen Hui-Lo aka Chan Wai-Lau) und etliche Kämpfer stehen ihm hierzu zur Verfügung. Sie entwenden zunächst ein wichtiges dienstliches Siegel, ohne das der Gefangene nicht überführt werden kann, doch das beeindruckt die Behörden-Oberen nicht, Chin soll trotzdem vor Gericht kommen.

Mit 6 Männern der Wache will Suma den Gefangenen überführen, eine äußerst gefahrvolle Mission. Zunächst gelingt es Chin Tianba den Gefangenen zu befreien. Doch stellt sich der KungFu-Fighter Geng Danxing (Tien Peng aka Roc Tien) den Männern Chin Chan-Pangs entgegen, Chin Teng-Chiao kehrt wieder in die Gefangenschaft zurück...!

Geng Danxing ist der Neffe der getöteten Familie, und will sich an Chin Teng-Chiao rächen. Doch der soll vor Gericht kommen, so stehen sich Suma und Geng zunächst eher feindlich gegenüber, sie bündeln schließlich ihre Kräfte.

Als der Tross ein Wirtshaus erreicht und dort einkehrt, dieses Lokal jedoch von Chin Chan-Pang und seinen Kämpfern umstellt wird, scheinen Suma und Geng sowie ihre Männer in der Falle zu sein. Es kommt zu etlichen Kämpfen, den Helden gelingt es durch eine List wieder an das Dienst-Siegel zu gelangen, und ihren Häschern mitsamt dem Gefangen zu entkommen.

Als der Tross den Black River erreicht, kommt es zum blutig-dramatischen Show-Down, ein gnadenloser Kampf auf Leben oder Tod...!

Kritik:

"Bruce is the Dragon, Polly is the Phoenix!", so hieß es 1971/72 in Hongkong, der Welthauptstadt der Kino-Branche.

Im Jahre 1972 drehte Regisseur Yang Shih-Ching 2 Jahre nach dem Erfolg von "The Grand Passion" (siehe mein Review auf dieser Webseite), diesen weiteren WuXia-Eastern mit einer der KungFu-Queens, Polly Shang-Kuan.

Wie "The Grand Passion", der einen fast identischen Cast besaß, ist dies eine Produktion von "Union Film" auf Taiwan, der Filmgesellschaft von King Hu. Und dort musste man eben auch so gängige, kommerziellere Streifen wie diesen und eben "A Girl Fighter" drehen, denn allein mit den langweiligen Epen King Hus konnte auch dieses Studio nicht bestehen. Da musste die quirlige Polly Shang-Kuan für klingelnde Kino-Kassen sorgen.

In hell-klaren Bildern, einer gediegen-überzeugenden Eastern-Atmosphäre, gelang hier ein flüssig und spannend in Szene gesetzter WuShu- und KungFu-Actioner mit einer gängig-routinierten Story und einer wieder starken Polly Shang-Kuan in Top-Form!

Die Geschichte um einen Gefangenen-Transport der etliche Gefahren und zig Kämpfe zu bestehen hat, wird hier stringent und dicht inszeniert dargeboten. Somit ist der Film fesselnd und spannend, und im Finale von hoher Dramatik. Zudem ist "A Girl Fighter" äußerst actiongeladen, es vergehen höchstens wenige Minuten, da wird schon wieder agil und knallhart gefightet. Da konnte keine Langeweile aufkommen, und das Gespann Polly Shang-Kuan und Tien Peng prügelt sich durch diesen routiniert unterhaltenden WuXia-Eastern.

Ja, Polly Shang-Kuan und Tien Peng, sie agieren hier als Fight-Duo, Mann & Frau gegen eine Heer-Schar von Villains. Einen Gefangenen-Tross anführend, der etlichen Gefahren ausgesetzt ist, eine gängige Storyline somit, was eben aber auch für viel Fightaction sorgt. Später reüssierten die beiden ja insbesondere in "18 Broncemen" ("Die 18 Kämpfer aus Bronze", siehe mein Review auf dieser Webseite), und galten als multigeschlechtliches Top-Gespann. Nach diesem Mega-Erfolg wurden indes Shang-Kuan und Carter Wang -der auch in "18 Bronzemen" zu sehen war- zu DEM Traumpaar in der Eastern-Branche.

Hier agieren aber diese beiden -Polly & Tien- zusammen, und ergänzen sich einmal mehr prima. Polly spielt wie gewohnt verbissen-verkniffen und ausgefuchst. Sie ist eine knallharte und agile Kriegerin, lässt sich nix gefallen, und stürzt sich todesmutig in jeden Fight. SO will der Eastern-Fan diese Actrice erleben. Tien Peng wirkt fast etwas gesetzter, überlegender, als die quirlige Polly, aber das ergänzte sich somit recht interessant, und sorgte natürlich für noch mehr Action.

Wie in "The Grand Passion" ist hier Tsao Chien der Hauptvillain. Skrupellos böse, will er seinen sauberen Sohn raushauen, und agiert als Grey-Hair-Villain typisch im Rollenbild, also solide überzeugend. Den sauberen Herrn Sohn, notgeil und brutal, aber als Gefangener gebeutelt-geprügelt, spielt Luo Bin. Das verlangte ein gar variables Spiel und eine darstellerisch dadurch durchaus brillante Performance...!

In Neben-Rollen agieren bekannte Eastern-Gesichter, Chen Hui-Lou (aka Chan Wai-Lau) -vielbeschäftigt und hier solide- und Miao Tien, der das Held*Innen-Duo schlau stützt.

Und schöne Frauen gibt es auch noch, jedenfalls für meinen Geschmack: Nichts gegen Polly, die hier ihren Attraktivitäts-Zenit aber noch nicht erreicht hatte. Aber in kleinen Rollen sind hier noch mein Schwarm, die reife, sehr vollbusige Chao Ting (aka Chiu Ting) als rasch gemeucheltes Mord-Opfer, und eine Darstellerin die in -eigentlich- Chao Tings Parade-Rolle der Bordell-Chefin hier zu sehen ist, Chin Liu, die wie Chao Ting des öfteren in diesem Rollenbild agierte. Auch sie reif und vollbusig, würde ich sie den jungen Hühnern denen sie vorsteht, jederzeit vorziehen. Chao Ting und Chin Liu, wow, ich würde sie mal noch so gerade eben abweisen können, wäre ich mit Laura Karasek und Tessniem Kadiri liiert.

Wichtigste ist hier die satte Swordplay- und KungFu-Fightaction, eine Vielzahl von Kämpfen, hart und blutig geht es zu. Es fehlte hier noch der spektakuläre Drive der Bruce Lee-Filme, für das Studio "Union Film" -unter King Hu eher mit Schwert-Epen befasst- war die Hand-to-Hand-KungFu-Fightaction anscheinend ziemliches Neuland. Aber die klassischen KungFu-Techniken -mit eher marginalem Dubbing unterlegt- gefielen, die Fight-Dichte ist wie erwähnt sehr hoch, und Polly glänzt mit agilen Skills. Interessant ist hier, dass etliche kleine Fights in den diversen Räumlichkeiten eines Wirtshauses stattfinde, offenbar eine Reminiszenz an die King Hu-Klassiker, das erinnerte doch stark an diese. Später verlagert sich das nach draußen, in räumlichere Offenheit. Vor allem im Finale an einem Fluss, dort mündet die Action denn in einen so dramatischen wie blutigen, intensiven, mit sehr hohem Bodycount und Heroic-Bloodshed versehenen Show-Down der Extra-Klasse.

"A Girl Fighter" festigte den Ruf einer der Königinnen des Eastern, Polly Shang-Kuan, und ist ein weiterer, routiniert-solider wie actiongeladener WuXia-Eastern mit ihr, der die eingefleischten Fans des Genres flott-ansprechend unterhält.

7/10.

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