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Vor dem Hintergrund der Napoleonischen Kriege werden die Schicksale russischer Adliger geschildert. Im Mittelpunkt stehen Natascha, Pierre und Fürst Andrej, deren Leben und Ideale durch Krieg und Frieden geprägt werden.


Nun habe ich auch endlich mal den monumentalen Klassiker von King Vidor mit Audrey Hepburn, anlässlich ihres Todestages, und Henry Fonda nachgeholt. Wurde irgendwie auch Zeit, denn das mit phänomenalem Aufwand inszenierte Epos gilt nicht zu Unrecht als Klassiker und Meisterwerk, auch wenn die ausufernde Literaturvorlage von Leo Tolstoi sicher arg eingedampft wurde.

Dank seiner exzellenten Darsteller:innen, vielleicht mit Ausnahme des etwas hölzern wirkenden Mel Ferrer, und des betriebenen Aufwands bei Ausstattung, Kostümen, Sets und Bauten, den man in jeder Szene erkennen kann, nimmt die Geschichte von Beginn an gefangen. Die Schlachtenszenen, bei denen teilweise rund 10.000 Statisten zum Einsatz kamen, sind schlicht beeindruckend, logistische Meisterstücke, grandios.

Aber auch die Friedenszeiten sind hier mitreißend, denn die Darstellenden schaffen es fast alle gekonnt, ihre Gefühle zu vermitteln. Allen voran die bezaubernde Audrey Hepburn, der man den Wandel vom naiven jungen Mädchen zur gereiften Erwachsenen zu jeder Zeit abnimmt und natürlich Henry Fonda, der eine beängstigende Melancholie und Zerrissenheit ausstrahlt.

All diese kleinen und großen Meisterleistungen sogen dafür, dass die fast dreieinhalb Stunden Laufzeit zu keiner Zeit langweilig oder zäh erscheinen.


Großes, meisterhaftes Kino, das in dieser Form heutzutage kaum noch gedreht wird. Sollte man gesehen haben.

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