Renny Harlin war bis in die 90er Jahre hinein ein sehr guter Regisseur, wenn es darum ging, teure Actionkracher zu inszenieren. „Stirb langsam 2", Cliffhanger" und auch „Die Piratenbraut" gehören zu seinem Oeuvre. Doch dann begann sein Stern langsam zu sinken: Er drehte die passable Hai-Action „Deep Blue Sea" und dann folgte mit „Driven" und „Exorzist: Der Anfang" eher durchwachsene Fließbandware. Doch mit „Der Pakt - The Convenant" unterbietet er die Klasse dieser lauten hollywoodesken Trash-Movies leider spielend leicht.
Es geht - soweit man das nachvollziehen kann - um 4 Familien aus Ipswich, deren erstgeborene Söhne seit den Hexenprozessen im 17. Jahrhundert magische Kräfte besitzen. Diese reifen mit dem 18. Geburtstag voll aus, können aber süchtig machen und führen bei übermäßiger Anwendung zu extrem überhöhter Alterung. Dann passieren seltsame Dinge, die an Hexerei erinnern und den 4 Freunden, welche die magischen Erstgeborenen sind, wird klar, dass es noch einen 5. mit magischen Kräften geben muss, der ihnen nach ihrem Leben und ihrer Macht trachtet...
Wie schon kurz bei der Inhaltsangabe erwähnt, ist die Story nur schwer nachvollziehbar. Das liegt daran, dass der B-Movie-Drehbuchautor J.S. Cardone („Sniper 3", „The Marksman") keine kontinuierliche Handlung im Skript unterbrachte, sondern nur eine wirre und abstruse Aneinanderreihung von Hexerei- und Macho-Klischees, die mit ein paar Suspense-Passagen zu einem zähen Brei verquirlt wurden, an dem man spätestens nach einer Dreiviertelstunde die Lust am Zuschauen verliert. Die betont düstere Optik und die gefällige Metal-Soundtrack trösten nicht über das obligatorisch-unheilvolle Szenario (nächtlicher Dauerregen, ein paar Schocks etc.) und die substanzlosen pubertären Rangeleien sowie zahlreiche Logiklöcher hinweg. Insgesamt wirkt dieses wirre, aber tricktechnisch akzeptable Hybrid aus „Der Hexenclub", „Highlander", Werbung für Bademode und Fitnessstudios (wiederholt wird ein Waschbrettbauch demonstrativ in die Kamera gehalten) sowie - zumindest was das hohle Finale in und an einer Scheune angeht - „Matrix Revolutions" ziemlich unausgegoren und dümmlich - ist aber bei Ausschaltung des Gehirns ganz nett anzusehen. Die passablen Leistungen der eher unbekannten Schauspieler können aber an dem miesen Gesamteindruck auch nichts mehr ändern.
Fazit: Dieser verquaste, unmotivierte Hokuspokus ist einfach nur schlecht, wobei Regisseur Renny Harlin aus dem abstrusen Plot in Sachen Action und Effekte noch alles herausholt. Dennoch ist „Der Pakt - The Convenant" nur fauler Zauber und ein austauschbares Produkt des anspruchsfreien Big-Budget-Unterhaltungskinos.