Das kleine Fischerdorf Antonio Bay trifft gerade Vorbereitungen zur 100-Jahrfeier, als ein unheimlicher Nebel aufzieht und allerlei technisches Gerät verrückt spielt. Der Legende nach versank durch ein vorgetäuschtes Leuchtfeuer vor 100 Jahren vor der Küste ein Schiff, die Besatzung kam dabei ums Leben und die ehrenwerten Stadtgründer bereicherten sich an deren Gold. Nun scheint sich ein Fluch zu bewahrheiten, und die rastlosen Seelen fordern Genugtuung, als sie das verschlafene Nest heimsuchen. Der Priester Vater Malone entdeckt in seiner Kirche in einem Versteck nicht nur das Tagebuch seines Vorfahren, sondern versteht auch als erster, womit die Bewohner es zu tun bekommen, während die Radiomoderatorin Stevie Wayne den unheilvollen Nebel von ihrem Leuchtturm aus schon sieht... Neben "Halloween" ist dieses sicher der bekannteste Genrevertreter von Altmeister John Carpenter. Im Gegensatz zu seinem wegweisenden Slasher orientiert er sich hier an klassischen Geistergeschichten mit einer übernatürlichen Bedrohung aus dem Jenseits. Keine wahllosen Morde, die jeden treffen könnten, sondern die Rache von den einst ermordeten Seeleuten, die sich im leuchtenden, wabernden Nebel über die Nachfahren ihrer Mörder hermachen. Ein Seemann erzählt die Gruselmär als Lagerfeuergeschichte, während die Charaktere nicht mehr als nötig eingeführt werden. Trotzdem können die guten Darsteller überzeugen, neben Jamie Lee Curtis als Tramperin und Adrienne Barbeau als toughe Heldin finden sich Größen wie Janet Leigh oder John Houseman ein, John Carpenter hat selbst einen kurzen Cameoauftritt zu Beginn. Auch hierfür komponierte Carpenter selbst einen klasse Score, der gerade in der nächtlichen zweiten Hälfte die herannahende, ungreifbare Gefahr herrlich untermalt. Bei den SFX hat man sich alle Mühe gegeben und natürlich Unmengen von Nebel erschaffen, mal über dem Meer kommend oder kurz wie bei "Der Fliegende Holländer" ein altes Geisterschiff umhüllend, meistens aber einen Straßenzug um den nächsten einnehmend, bis die untoten, fast zombiehaften Geister erscheinen. Grusel und auch Spannung gibt es genug, während für die Gorefraktion nichts zu holen ist. Vielleicht nicht das ganz große Meisterwerk von Carpenter, was angesichts einiger nachgedrehter Szenen, die den Film etwas spektakulärer machen sollten, aber auch kaum verwunderlich ist. Dafür funktioniert das als Unterhaltung noch immer erstaunlich gut, nicht zuletzt durch die typische Carpenter-Erzählweise, die langsam beginnt, sich jedoch gut zu steigern weiss. Kamera und Schnitt sind hochprofessionell, wenn man bedenkt, das dieses sein zweites Werk ist, zumindest bei den Genrefilmen.
Fazit: Gänsehaut-Klassiker vom Altmeister Carpenter. 8/10 Punkten