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Seht in die Ferne. Haltet Ausschau… nach dem Nebel… Ja, damals im zarten Alter von 10, 11 Jahren habe ich tatsächlich Ausschau nach ebendiesem Nebel gehalten. Da waren die Eltern mal außer Haus und schon nutzte man die Chance, „endlich mal“ nen richtigen Horrorfilm zu gucken. Und siehe da: schon hatte der junge Mann den ersten Anflug einer leichten Nebel-Phobie. Heute – 12 Jahre später – fällt eine erneute Betrachtung von John Carpenter’s „The Fog“ bedeutend nüchterner aus als damals, als man sich noch so richtig in die Angst vor mörderischem Nebel hineinsteigern konnte.

Im malerischen Antonio Bay an der kalifornischen Küste laufen die Vorbereitungen für das Fest anlässlich des 100. „Geburtstages“ des Städtchens auf Hochtouren. Genau in die euphorische Stimmung hinein mischt sich ein dichter Nebel, der sich als mörderisch herausstellt. Vor genau 100 Jahren ist ein Schiff an der Küste Antonio Bay’s gesunken und hat mehrere Menschen in den Tod gerissen. Was damals genau geschah, weiß nur Vater Malone, der die Aufzeichnungen seines Großvaters, der vor 100 Jahren eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit diesem „Unfall“ spielte, gefunden hat: Der Nebel und das schreckliche Geheimnis, das er birgt, sinnen auf Rache…

Das war also damals mein erster richtiger Kontakt mit einem Horrorfilm. Wobei man „The Fog“ eigentlich eher in die Sparte des Gruselfilms einordnen sollte, denn richtiger, optischer Horror wird hier nur äußerst selten vermittelt. Es ist die gruselige Atmosphäre, die der „Nebel des Grauens“ aufbaut, von der sich der Zuschauer gerne beeinflussen lässt und die den ganzen Reiz dieses Films ausmacht. Lässt man sich dann auch wirklich fallen, lässt man sich auf den Film und seine Atmosphäre bedingungslos ein, so kann es passieren, dass man sich dabei ertappt, wie man Fingernägel kauend auf dem Sofa hockt und mit den Kämpfern gegen den Nebel mitfiebert. So wie damals, als Mami und Papi nicht zu Hause waren und man verbotenerweise diesen Film sah.

John Carpenter auf dem Regiestuhl, Jamie Lee Curtis, Janet Leigh und Hal Holbrook auf der Leinwand – betrachtet man aus heutiger Sicht diese Zusammensetzung, so muss man zu dem Schluss kommen, dass „The Fog“ niemals scheitern konnte. Schließlich sind diese 4 Personen im Laufe der Jahre schon fast zu Erfolgsgaranten im Horror-Genre geworden und auch hier beweisen sie, dass sie zu den ganz Großen ihres Fachs gehören.

„The Fog – Nebel des Grauens“ ist unbestritten ein Meilenstein in der Geschichte des Horror-Genres, der auch heute noch – 25 Jahre nachdem er gedreht wurde – irgendwie fesselt. John Carpenter hat hier eine subtile, dichte Gruselgeschichte verfilmt, von der sich der eine oder andere „moderne Genre-Film“ noch eine gehörige Scheibe abschneiden könnte. 9 von 10 Punkten!

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