Ein alter Seemann erzählt ein paar Kindern eine Geschichte, nach der vor rund 100 Jahren die Besatzung eines Schiffs sank und den Tod fand und, dass sich deren Geister rächen. Als mehrere Menschen auf einem Kutter in einer Nebelbank ums Leben kommen, scheint die Legende Wirklichkeit zu werden und das gesamte Fischerdorf droht durch den Nebel des Grauens ausgelöscht zu werden.
John Carpenter hat im Laufe seiner Karriere einige Meilensteine gesetzt, die auf unglaublich flachen Storys basierten. So ist auch die Story von "The Fog" eher überschaubar. Auf die, in der Story fungierenden Charaktere wird überhaupt nicht eingegangen, dies ist für den Film aber auch nicht sonderlich wichtig. Natürlich gibt Carpenter, wie schon bei "Halloween" keine Gründe oder wenigstens Erklärungsansätze an, wie diese übernatürlichen Phänomene zustande kommen, er setzt sie einfach voraus. Aber gerade die Einfachheit dieser Story ist das Geniale, denn so kann sich Carpenter auf eine gespannte Atmosphäre konzentrieren, statt auf emotionale Tiefe zu achten. Es gibt nicht sonderlich viele Wendungen und Nebenhandlungen, auch hier bleibt die Story sehr überschaubar.
Der Film läuft, wie es sich für einen guten, atmosphärischen Horror-Film gehört langsam an und baut erst einmal gemähchlich Spannung auf. Nachdem die ersten Menschen auf hoher See gestorben sind und die Geschichte um den Nebel des Grauens erzählt wurde, gewinnt Carpenters Werk schnell an Fahrt und baut seinen Unterhaltungswert aus. Zum Ende hin wiederholen sich einige Ereignisse und der Film zieht sich ein wenig in die Länge, wodurch er nicht so viel Spannung aufbauen kann, wie er gekonnt hätte. Das Finale ist relativ spannend, findet aber ein, für meine Begriffe etwas dämliches Ende.
Die Umsetzung gelingt John Carpenter perfekt. Nachdem er ein Jahr zuvor durch blutige Effekte mit "Halloween" das Slasher-Genre begründete, setzt er hier eher auf eine Atmosphäre der Angst, als auf Blut und Gedärme. Der düstere Nebel und die Gefahr, die in ihm schlummert, bieten eigentlich eine hervorragende Ausgangssituation, um eine düstere und gespannte Atmosphäre aufzubauen. Und Carpenter gelingt eben dies durch seine gute Filmmusik und seine hervorragende Ton-Technik. Auch die Kulisse wirkt sehr düster und trägt somit zum Aufbau der Atmosphäre bei. Das Hauptproblem ist, dass Carpenter für seine Umsetzung keine moderne Mittel zur Verfügung hatte, mit denen vermutlich noch mehr aus dem Film hätte herausholen können. Die Effekte, die damals beinahe revolutionär waren, treiben heute zwar immer noch einen Schauer über den Rücken, können aber mit modernen Horror-Filmen nicht mithalten.
Jamie Lee Curtis spielt ordentlich. Nachdem sie bereits in Carpenters "Halloween" vor dem verrückten Killer Michael Myers flüchten musste, darf sie diesmal vor dem Nebel davonlaufen und hysterisch kreischen. Sie spielt überzeugend und kann vor allem die Angst ihres Charakters gut verkörpern und somit die Spannung steigern. Adrienne Barbeau spielt solide und kann ebenfalls ein Gefühl der Angst vermitteln. Der gesamte Cast leistet solide Arbeit.
"The Fog" wurde über die Jahre zum Kultfilm und ist heute fast ein Klassiker. Aber, wie das mit Klassikern nun mal so ist, der Film ist einfach ein bisschen veraltet. Was damals schocken konnte ist längst überholt und kann heute nicht viel mehr als eine Gänsehaut erzeugen. Eigentlich wurde es deshalb auch Zeit, dass Carpenter sein Werk neu verfilmt, allerdings setzte er das Remake wesentlich schlechter um als das Original. Aus der heutigen Perspektive gesehen, steht "The Fog" meiner Meinung nach knapp über dem Mittelmaß, zumal ich kein Fan von älteren Filmen bin.
Fazit:
"The Fog" ist sicherlich Kult und für Cineasten ein Muss. Carpenter kann trotz seiner überschaubaren Story zum Ende hin Spannung aufbauen, da er die ganze Zeit über eine Atmosphäre der Angst aufrechterhalten kann. Leider sind die Musik- und Ton-Effekte, die den Film damals so schockierend wirken ließen, längst überholt, auch wenn sie sicherlich einen Meilenstein setzen konnten. Vor allem für Horror-Fans und für Freunde von Klassikern zu empfehlen.