The Fog - Nebel des Grauens von John Carpenter ist etwas besonderes im Wust der Horrorfilme, denn er vereint gekonnt moderne Horrorfilm-Zutaten mit klassischem Grusel - und gerade das macht ihn zu einem All-Time-Favorite. Allein die Anfangssequenz mit dem alten Seebären, der am Strand den Kindern am Lagerfeuer eine Gruselgeschichte erzählt - brillant inszeniert und fantastisch vertont. Überhaupt ist die Filmmusik hervorragend, sowohl der typische Carpenter-Soundtrack als auch die Song-Auswahl, die den Film über im ständig präsenten Radio gespielt werden und einen gruseligen Kontrast zur Athmosphäre schafft.
Wieder dabei Jamie Lee Curtis als Anhalterin, die mehr zufällig in die Geschehnisse in Antonio Bay hereinschliddert, aber wieder gekonnt mit jeglichen Bedrohungen umzugehen weiß, einschließlich des Protagonisten Tom Atkins. Als Chuck Norris noch Ninjas den Garaus machte, hat Tom Atkins - vom Typ gleich und ähnlich charmant - schon Untoten den Arsch versohlt und nebenbei Jamie Lee Curtis ins Bett gekriegt - Respekt. Und wenn er auch keine so bekannte Ikone des B-Movies wie Chuck Norris geworden ist, so hat Carpenter ihn doch nochmal in Die Klapperschlange und Halloween 3 besetzt, und selbst in Blockbustern wie Lethal Weapon kann man sein markantes Gesicht entdecken. Interessant auch, dass in The Fog neben Jamie Lee Curtis auch deren Mutter Janet Leigh mitspielt, die Carpenter seit Psycho schon verehrte und womit er sich einen Besetzungswunsch erfüllte. Und natürlich Carpenters Ehefrau Adrienne Barbeau als Radio-Moderatorin, die das ganze Grauen von einem alten Leuchtturm aus kommentiert - so funktioniert ein Gruselfilm.
Für die damalige Zeit sind die Effeke durchaus gelungen, vor allem der Nebel, wie er übers Meer kommt, in Maschinen kriecht und übers Land streicht. Von den Untoten wird bewusst nicht viel gezeigt, mal ein Schemen hier, mal eine modrige Hand mit Enterhaken da, immer gerade genug, um die Spannung langsam zu steigern. Dass sie alles aus gutem Grund tun, wie sich am Ende herausstellt, gibt der Story die Würze.
Ein Klassiker des Gruselgenres, bei dem die Geister noch brav nach der Geisterstunde verschwinden und nicht jeder, der Sex hat, zwangsläufig sterben muss. Athmosphärisch dicht und anspruchsvoll erzählt, mit tollem Soundtrack und guten Darstellern, jedem zu empfehlen, dem die Metzeleien neuerer Horror-Machwerke auf die Nerven und an den Magen gehen. Und mit Tom Atkins, einem blonden Helden, dem selbst Chuck Norris keinen Roundhousekick verpassen könnte.
www.olaflux.com - Filme und Mehr