Borderland
(Sunfilm/ Tiberius Film)
Ich hatte schon an anderer Stelle darüber diskutiert, dass bestimmte Filme einen Spiegel der gesellschaftlichen Struktur und der aktuellen politischen Situation darstellen (George Romeros oder Wes Cravens Filme zum Beispiel bieten auch immer eine hervorragende soziologische und politische Spurensuche). Wenn man nun die aktuellen Veröffentlichungen der letzten Jahre betrachtet, und all die Saws, Hostels oder Capitivitys als Barometer der gesellschaftlichen Gefühlslage betrachtet, kann einem das schon ein mulmiges Gefühl bereiten. Nun kommt nach Hostel und Turistas ein weiterer Vertreter des „junge Menschen wollen sich im Ausland vergnügen und geraten in Schwierigkeiten“- Film, der, lassen wir den Aussage – Aspekt mal außen vor, hervorragend unterhält, und filmisch trotz der ähnlichen Story erwachsener, spannender und reifer ist, als die eben genannten Vergleiche.
Die Geschichte ist natürlich nicht gerade sprühend innovativ, handelt sie doch von einer Truppe junger Männer, welche noch einmal richtig feiern wollen, und über die Grenze ins nahe Mexiko reisen. In der ersten mexikanischen Kneipe unseres Vertrauens trifft man dann auch relativ schnell auf eine Gruppe böser Sektenanhänger, welche sich ihr Geld mit Drogenhandel finanzieren, und zum Schutz dieser Transporte Menschenopfer bringen, um die Geister positiv zu stimmen. Dass sie dabei nicht besonders zimperlich vorgehen, durfte man als Zuschauer direkt zum Einstig des Filmes beobachten. Da sich die Sektierer von unverbrauchten amerikanischen College – Jungen ein reineres Opfer versprechen, ist alsbald die Jagd eröffnet. Unterstützung finden die Protagonisten dabei nicht von der örtlichen Polizei, welche lieber abergläubig die Augen verschließt, sondern von einem überlebenden Zeugen und Ermittler, der es sich zur Aufgabe gemacht, diese Bande zu vernichten.
Was folgt ist eine dreckige und blutige Jagd, die spannend und actionreich von Regisseur Zev Berman in seinem zweiten Spielfilm inszeniert wurde. Die agierenden Schauspieler sind allesamt gut besetzt, und überzeugen mit glaubwürdigen Darstellungen. Hier trifft man auf bekannte Gesichter wie Sean Astin (Prison Break, Der Herr der Ringe), Brian Presley (End Game) oder Rider Strong (Cabin Fever), welche allesamt gut agieren.
Filmisch bietet Borderland keinen Grund zur Klage, das Bild ist in einem permanenten düsteren rot-braun gehalten, was dem Ganzen einen schmutzig- düsteren Grundton gibt. Die Effekte sind ordentlich umgesetzt, und die Inszenierung lässt keine Längen zu, so dass nie Langeweile aufkommt. Durch das Szenario ist man oft mehr an Perdita Durango als an Hostel erinnert, was den Film positiv aus der Menge der aktuellen Veröffentlichungen hervorhebt.
ie vorliegende Version ist eine Presse- DVD, welche noch keinerlei Extras bietet, allerdings wird die Kaufversion neben einem Audiokommentar noch Features und Eindrücke vom Horrorfest ´07 bieten.
Borderland ist spannend und kurzweilig, erfindet zwar das Rad nicht neu, bietet aber eine gute und rasante Unterhaltung im momentanen Horror-Einerlei. Fans des Genres sollten sich diese Veröffentlichung definitiv nicht entgehen lassen!
CFS