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Es ist schon erstaunlich, was für eine Welle von Filmen „Saw“ und „Hostel“ vor ein paar Jahren losgebrochen haben. Blut, Terror und Folter überfluten die Kinosäle und Videotheken. Selbstverständlich ist aber nicht alles Gold was auf den geneigten Zuschauer losgelassen wird. Kleinen Meisterwerken wie „Rest Stop“ und „Timber Falls“ stehen abgrundtief schlechte Filme wie „Live Feed“ oder „Sportkill“ gegenüber. Der neuste Schocker „Borderland“ gehört glücklicherweise zu einen der besseren Filme.

Story: Noch bevor für sie der ernst des Lebens beginnt, wollen die drei Freunde Ed, Henry und Phil noch mal einen drauf machen. Also packen sie ihre Sachen und fahren über die Grenze nach Mexiko und es sich mit Frauen und Drogen gut gehen zu lassen. Doch aus dem lustigen Treiben wird bald bitterer ernst, als Phil von einer Sekte entführt wird und bei einer aztekischen Menschenopferung geopfert werden soll.

Angekündigt als Folterstreifen im Stile von „Hostel“ ist „Borderland“ eigentlich überhaupt keiner und schlägt wie der ähnlich beworbene „Turistas“ eine komplett andere Richtung ein. Denn lediglich eine Szene könnte man dem populären Genre zuordnen. Trotzdem bietet der Film jede Menge Härten und Brutalitäten, welche allerdings nie übertrieben ausgewalzt dargestellt werden. Die Ablehnung durch die FSK ist da nur bedingt nachzuvollziehen, da es weitaus heftigeres mit KJ-Siegel zu sehen gibt. Wohl eher ausschlaggebend dürfte da die am Ende stark ausgeprägte Selbstjustiz gegenüber der Sekte sein, welche die FSK dazu bewogen hat „Borderland“ die Freigabe zu verweigern.

Die größte Schwäche des Filmes ist jedoch der etwas langatmig geratene Mittelteil. Gibt man am Anfang noch richtig Gas, drosselt man das Tempo ungemein und streckt den Film mit viel unnötigen Füllmaterial bis hin zum Finale, was wieder locker flockig inszeniert wurde. Trotz des Mittelteils macht der Film Spaß, was neben der schicken Optik auch an den Charakteren liegt. Denn die drei Jungs werden recht sympathisch dargestellt, was in diesem Genre leider nicht immer der Fall ist. Optisches Highlight in „Borderland“ ist die Hauptdarstellerin Martha Higareda, welche eine wahre Augenweide ist und den kleinen Schocker nochmals aufwertet. Fast schon bedauerlich, dass sie sich zu keiner Nacktszene hat hinreißen lassen.

„Borderland“ erfindet das Rad der Schöpfung sicherlich nicht neu, aber dass muss er auch nicht. Trotz des schleppenden Mittelteils ist er überaus unterhaltsam geworden mit einigen netten Gewaltszenen, einer schicken und atmosphärischen Inszenierung, sympathischen Figuren und einer scharfen Hauptdarstellerin. Was will man also mehr?

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