Review

Jenseits der mexikanischen Grenze gibt’s schicke Chickas, verschwinden junge Halbstarke und wird gefoltert bis die Schwarte kracht…

Ohne Vorinformationen einzuholen den Film eingelegt und dann echt lange nicht gewusst, womit ich’s hier eigentlich genau zu tun hab:
Den x-ten „Hostel“-Aufguss?
Oder mal wieder die guten, alten Hinterwäldler?
Oder haben wir es hier etwa tatsächlich mit übernatürlichen Kräften oder „El Chupacabra“zu tun?
Schließendlich sind es Sektenanhänger, welche hier jungen, amerikanischen Sauf- und Fick-Touristen den Garaus machen, was sich erst allmählich im Verlauf des Films herauskristallisiert.
Ich trau’ mich dieses Detail vorweg zu nehmen, da der Streifen selbst keinen großen Hehl draus macht, sprich: die Frage nach dem „Wer?“ und „Warum?“ nicht sonderlich spannend oder fesselnd aufgezogen wurde.
Was geneigte Genre-Anhänger aber ohnehin nicht mehr übermäßig jucken dürfte. Gibt ja heutzutage nicht mehr viele Möglichkeiten, wer für solch filmreife, „außerdämonische“, also irdische, reale Grausamkeiten noch so aller in Frage kommt.
Entweder sind es zurückgebliebene, bestenfalls sogar krass entstellte Hinterwäldler, also Behinderte.
Oder aber hässliche Ausländer.
Oder eben einfach total Wahnsinnige, sprich: psychisch Kranke, Außenseiter und Andersartigen.
Schon toll, wie man aus Horrorfilmen immer ablesen kann, wie die breite Masse kognitiv grad so drauf is’…

Egal, hier sind’s dann halt mal Sektenanhänger oder Ritualmörder – who cares!? Aber fließt denn auch ordentlich die Soße? – Well, unterm Strich kann man schon sagen, dass „Borderland“ teilweise eine ziemlich ruppige Gangart einlegt. Die Höhepunkte in Sachen Folter sind ein Kerl, dem beide Auge raus gepult werden, ein Typ, der in tausend Stücke gehackt wird, und eine Tussi, der der Kopf abgeschlagen wird und als Ersatz einen Ziegenschädel auf den blutigen Rumpf gesetzt bekommt.
Insgesamt wird also sehr viel zerstückelt, es wird überaus viel Macheten-Action geboten und man bekommt zuhauf gezeigt, wie sich rostiges Metall in blankes Fleisch beißt.
Teils also ziemlich hart, andererseits aber auch nix dabei, was man nicht anderswo auch serviert bekäme.
Das Beste sind hier noch die Latinas in den Nebenrollen – allesamt ziemlich schick und im Nicole Scherzinger-Modus.

Die Wertung:

Splatter:
(+)(+)(+)(-)(-)
Weiber:
(+)(+)(+)(+)(-)
Spannung:
(+)(-)(-)(-)(-)
Innovativ:
(-)(-)(-)(-)(-)

Fazit:
„Perdita Durango“ goes Folterfilm!
Sowas von „Nix Neues“, dass echt alles zu spät is’. Zwei-drei coole Gore-Einlagen, ein paar geile Hühner – mehr hat der Streifen echt nicht zu bieten.
Uh, aber halt: das Teil hier beruht doch auf wahren Begebenheiten! Wie das „Chainsaw Massaker“ – is’ doch krass, oder!?
…Hm, wenn man die Tage mal einen Blick nach Amstetten wirft, dann sieht man, dass die Realität noch weitaus tiefere Abgründe zu bieten hat und damit jedem Splatter-/Psycho-/Sicko-/Was-weiß-ich-was-Streifen immer noch locker den Rang abläuft.
Braucht sich also kein auf realen Vorkommnissen beruhender Film damit brüsten, dass er beweist, dass die Welt wirklich so ein verkommenes Rattenloch ist, wie uns die ganzen fiktiven Filme immer nur erahnen lassen, oder!?

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