Die Zeit der Verabschiedung ist gekommen, Jeder geht auf eine andere Universität. Doch vorher wollen es Ed (Brian Presley), Henry (Jake Muxworthy) und Phil (Rider Strong) nochmal wissen. Sie fahren an die mexikanische Grenze, um dort Frauen, Alkohol und den Drogen zu fröhnen. Ed lernt dort die hübsche Barfrau Valeria (Martha Higareda), Henry ist völlig zugedröhnt und Phil macht sich allein auf die Socken. Am nächsten Morgen ist Phil immer noch nicht aufgetaucht, Ed und Henry gehen zur Polizei, doch die ist wenig hilfsbereit. Erst als sie den ehemaligen Polizisten Ulises (Damián Alcázar) treffen, wissen sie was los ist. Phil wurde von einer perversen Sekte, um den Guru Santillan (Beto Cuevas) entführt. In grausamen Ritualen werden dort Menschen zu Tode gefoltert. Zusammen mit Ulises wollen Ed und Henry ihren Freund retten, doch die Sekte ist nun auch schon hinter ihnen her.
Seitdem Eli Roth mit "Hostel" ein bisheriges Tabuthema anschnitt, wird der Markt vom Folterhorror überschwemmt. "Borderland" ist bisher das beste Produkt, welches aus dieser Welle entstand. "Hostel" basierte zwar nicht auf einer authentischen Story, war jedoch so real inszeniert, dass es beim Publikum den Nerv traf. Genau den trifft auch dieser Low Budget Horror, in Szene gesetzt von Zev Berman, der auch zusammen mit Eric Poppen (Cyberjack, Monolith) das Drehbuch nach einer wahren Geschichte verfasste. Der Film ist ein Mitglied der "8 Films To Die For" Reihe, mit geringem Budget gedreht liefen die Filme sogar in den amerikanischen Kinos und bei uns hätte "Borderland" auch zum Kinofilm getaugt.
Das geringe Budget sieht man diesem kompromisslosen Horrorfilm nicht an. Dank der Story um die mexikanische Sekte, konnte man auch im billigeren Mexiko drehen. Und Berman erweist sich hier als wahrer Könner, so unheimlich setzt er die kargen Kulissen in Szene. Man ist hier auf sich allein gestellt, denn die Polizei hat Angst vor der satanischen Sekte und wenn dann einmal ein dutzend finsterer Gestalten mit Macheten bewaffnet ein kleines Hotel stürmen, um Jemanden zu schlachten, da bekommt selbst der hartgesottene Horrorfan eine Gänsehaut. Im Film gibt es eigentlich nur zwei Folterungen, doch die haben es in sich, wenn den Opfern der Arm abgesägt, die Augen herausgeschnitten, die Sehnen durchgeschnitten oder auch die Zunge abgebissen wird. Berman hält hier voll mit der Kamera drauf und es gelingt ihm, die selbe bösartige Wirkung wie in "Hostel" zu erzielen. Es ist hier schon verständlich, dass die FSK hier kein Okay gegeben hat, aber dort scheint man es eh auf den Folterhorror abgesehen zu haben.
Natürlich braucht das Geschehen ein wenig um in die Gänge zu kommen. Die drei Charaktere sind auch leider nicht sonderlich interessant und entsprechen den gängigen Klischees. Dumme Sprüche, Alkohol, Drogen und natürlich das erste Mal. Doch immerhin hat man recht reife Darsteller genommen, welche die nervige Tatsache etwas verschleiern. Gerade Brian Presley (Home of the Brave) macht einen soliden Job und Rider Strong (Cabin Fever) hat ja schon Horrorerfahrung. Als etwas nervig entpuppt sich Jake Muxworthy als Henry. Bei der Gegenseite wirkt Sean Astin (Herr der Ringe) mit und Beto Cuevas als Oberguru Santillan macht seine Sache ebenfalls gut.
Mit der Story kann Bevman nur wenig punkten, denn Neues kann er auch nicht hinzufügen. Trotzdem bleibt der Zuschauer gefesselt und es geht nach etwas zähen dreißig Minuten recht schnell ans Eingemachte. Bevman lässt der Romanze um Ed und Valeria nur wenig Zeit und schickt sie schnell ins Kreuzfeuer. In der Einöde kommt es dann auch bald zu einem actionreichen Showdown, der diesen gnadenlosen Horrorfilm gut abrundet.
Wer schon "Hostel" mochte, wird hiervon begeistert sein. "Borderland" erfindet das Genre zwar nicht neu, geht aber dermaßen kompromisslos zur Sache, dass die Wirkung nicht verfehlt wirde. Hinzu kommt Bevmans beunruhigende Inszenierung, welche in vielen Sequenzen für Hochspannung sorgt. Einige Bluteinlagen hat der Film natürlich auch zu bieten, sowie einen hervorragenden Showdown. Die Darsteller agieren auf gutem Niveau. Einer der besten Horrorfilme der Neuzeit und im B-Sektor.