Bevor sie studieren, wollen Phil, Ed und Henry noch einmal so richtig Spaß haben. Dafür fahren sie in eine kleine Stadt in Mexiko, um hier dem Sex und Alkohol zu frönen. Es geht gut an, doch Phil freundet sich mit einer Prostituierten an. Ed schleppt eine Barkeeperin ab. Doch am nächsten Morgen meldet sich Phil nicht wieder zurück. Schnell kommt Ed und Henry der Verdacht, dass etwas nicht stimmt und sie gehen zur Polizei. Die wollen nicht helfen, das Thema interessiert niemanden, doch der ehemalige Polizist Ulises bekommt mit, in welchen Schwierigkeiten die zwei Jungen stecken. Er selbst hatte bis vor kurzem einen Partner, der allerdings in die Hände einer Sekte geriet und spurlos verschwand. Ist mit Phil das Gleiche passiert?
Und wieder ein Film bei dem Hostel schön grüßen läßt, wieder gehts um drei Gringos die ins Ausland fahren, sich mehr oder weniger in die Angelegenheiten der Einheimischen mischen und zur Belohnung ein wenig gefoltert werden. Eigenständige Ideen sind hier mal wieder Mangelware, aber zumindest zieht Zev Berman sein Ding konsequent durch und es gelingt ihm dabei wenigstens Roth´s Vorbild (das ja auch überschätzt ist) zumindest auf Augenhöhe zu begegnen. Angeblich soll die Story ja auf einer wahren Begebenheit basieren, aber da das heutzutage ja jeder dritte Film von sich behauptet, muß das auch nicht viel heißen. Positiv hier sind zunächst mal die Charaktere, die recht glaubwürdig aus dem Leben gegriffen sind und auch von den Schauspielern gut verkörpert werden. Zumindest nimmt man dem Helden seinen Charakterwandel vom smarten Brainiac zum finalen Rachegott ab. Mit Sean Astin ist auch ein bekannter Name mit im Cast, interessant ihn mal in einer Bösmannsrolle zu sehen, da ihn sonst ja jeder als Frodos Sidekick in Erinnerung hat. Von der handwerklichen Seite ist auch alles wetterfest gebaut, die Bilder werden im Laufe des Films analog zur Stimmung immer düsterer und beispielsweise die Hotelverfolgungsjagd ist dynamisch inszeniert vom langgezogenen Finale ganz zu schweigen, Kompliment an den DOP. Bis es zum zugegebenermaßen sehenswerten Showdown kommt, muß der Zuschauer allerdings lange warten. Borderland nimmt sich sehr sehr viel Zeit zur Vorbereitung, alle Beteiligten werden vorgestellt, es wird getrunken und gekifft, das übliche halt was Touris in vermeintlich unterentwickelten Ländern offensichtlich so wohl machen. Kein negatives Mexiko Klischee wird dabei ausgelassen, Tourismusfördernd ist jedenfalls was anderes.
Borderland ist jedenfalls eine recht harte Nummer, besonders die finale Gewaltorgie läßt jedem Hostel Jünger das Herz höher schlagen. Brutalität ist jedenfalls reichlich vorhanden, kann man sich ruhig mal anschauen. Kommt meiner Meinung zwar nicht an Turistas ran, aber immer noch besser als die meisten anderen Nachzügler der Folterfilmwelle.
5,5/10