An die Ansicht dieses Films muß Dante gedacht haben, als er in seiner „Göttlichen Komödie“ die sieben Kreise der Hölle beschrieb, denn eine entsprechende Folter ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Ich weiß gar nicht so recht, wo man bei diesem Müll anfangen soll.
Also: er ist definitiv noch schlechter als z.B. „Mike Mendez Killers“. Das muß erst mal geschafft werden.
Ich beschreibe mal die wahrscheinliche Produktionsgeschichte dieses Meisterwerks.
Es waren mal ein paar geistesschwache Filmtypen, die hatten für einen Tag und eine Nacht die Schlüssel zu einem geräumigen Haus irgendwo in den grünen Bergen einer amerikanischen Großstadt. Dort fanden sie zwei Videokameras der billigen Machart, wie sie in Pornofilmen der noch billigeren Machart gern verwendet werden. Und weil Big Brother gerade in aller Munde war, dachten sie sich in zwanzig Sekunden ein Drehbuch aus.
Das war praktisch, weil sie am Nachmittag eh noch sechs billige Pornoaktricen eingeladen hatten, die außer Dienst waren. Die wurden gleich mitengagiert, damit ihre Bio auch mal einen spritzfreien Film beinhalten konnte. Und dann wurde am Nachmittag halt gedreht. Und am Vorabend. Dann fuhr man noch mit ihnen ein wenig Auto, macht drei Standaufnahmen der Umgebung und reihte das aneinander. Und so entstand voyeur.com.
Also schnell der Reihe nach:
Schauspieler: ein Abgrund, selbst auf der nach unten offenen Marianengrabenskala. Pornotussis, die minutenlang geistloses Zeug labern und sich anzicken, dabei aber immer hübsch angegeilt tun, was sogar den häßlich-widerlichen Gärtner (aaaaargh...) aufheizt.
Dazu die Hauptdarstellerin, die uns fast schnittfrei minutenlang Auto fahrend Einblick in ihre völlig uninteressanten Lebens- und Sexprobleme gibt, während sie so geistesabwesend klingt (danke, liebe Synchro!) wie sie ausschaut.
Mimik fällt weitestgehend flach, dafür sind die Röcke knapp, die Hosen eng und Titten sind auch mal zu sehen. Das konnten die Mädchen halt am besten.
Technik: nicht vorhanden. Jede Schüler-AG hat mehr Ahnung von Technik. Wenn es Nacht ist, benutzt man einen Blaufilter und läßt die Jalousien runter. Draußen ist es dann zwar immer noch hell, aber egal. Scheinbar kein künstliches Licht (aha, Dogmafilm!). Der Schnitt ist willkürlich bis zufällig und erfolgt nur alle paar Minuten. Standeinstellungen von einer Stadt und einer Autobahn werden mehrfach sinnlos wiederholt. Eine FX-Crew hatte man auch nicht, weswegen der Täter immer seine Schneidewerkzeuge in komischem Winkel in die Kamera hält, weil sie so schön glattpoliert sind. Keine Einstiche oder Schnitte, sondern nur Blut auf Hälsen, davon reichlich. Gefilmt mit zwei Billigkameras, dafür aber viel aus subjektiver Sicht (bestimmt Carpenter-Referenz!).
Drehbuch: inexistent! Die Montage scheint glatter Zufall gewesen zu sein. Die Tageszeit scheint ständig zu wechseln, das Licht auch. Die Reihenfolge der Szenen paßt bisweilen gar nicht. Hirnlose Sabbeleien wechseln mit schwachmatischen Mordszenen ab. Zwischendurch präsentieren alle ihre kurzen Kleidchen und machen hormongesteuerte Männer heiß, dann wird mal wieder geduscht, das Protagonistenblödchen verarscht oder getröstet und dann mal wieder eine lesbische Anmache.
Was die beiden Bimbos des Big-Brother-Titten-Internetprojekts mit den Mädels konkret vorhaben, bleibt ungeklärt. Obwohl ein Teil der Kameras funktioniert, bemerkt der Programmierer offenbar nie etwas von den Morden. Und daß der finale Täter/in es gar nicht gewesen sein kann (außer er/sie kann sich in fünf Sekunden komplett umziehen und existiert sowohl daheim und im Einkaufszentrum parallel und weiß außerdem noch intuitiv, wo die Nymphobraut mit ihren Stechern zum Stechen hingefahren ist, um sie dort abzustechen.) Ach, fragt nicht...
Dieser Haufen Dreck ist tatsächlich unbeschreiblich schlecht und langweilig und scheiße und garantiert nur mit der Vorlauftaste zu ertragen. Enter, who dares! ( 1/10)