Review

Gesamtbesprechung

Das kleine Einfamilienhaus in der Newer Yorker Stigwood Avenue 10 beherbergt die siebenköpfige Familie von Gynäkologe Heathcliff "Cliff" Huxtable und seiner Frau, Anwältin Clair Hanks Huxtable. Jeden Tag muss das Paar die Probleme ihrer fünf Kinder bewältigen. Die älteste Tochter Sondra hat zwar das College abgeschlossen und ist aus dem Haus, doch sie kommt regelmäßig zu Besuch, um beim Familiengeschehen mitzumischen. Schwester Denise hält mit ihren spontanen Ideen und Launen die Familie in Laune und manchmal auch in Aufregung. Die jüngeren Töchter der Familie Vanessa und Rudy kämpfen sich durch den schulischen Alltag. Die Qualen der Pubertät und der ersten Liebe sorgen mächtig für Trubel im Hause. Der einzige Sohn Theo hat es in der Frauengemeinschaft und seiner Lernschwäche nicht immer leicht.

Man kann jetzt nicht sagen das Bill Cosby das Sitcom Genre revolutionierte, aber er prägte es doch nachhaltig. Die Shows wurden live vor Publikum aufgezeichnet und die bunten Geschichten der wohlhabenden Großfamilie kamen beim Publikum gut an. 1984 lag das Genre beinahe am Boden, was sich nach dem großen Erfolg der Serie grundlegend änderte und ähnliche Projekte wie der Fresh Prince, Roseanne oder die Bundys wie Pilze aus dem Boden schossen.
Die Show bot zudem einige Besonderheiten an, die sonst keineswegs üblich waren. Gerade wohlhabende Afroamerikaner ins Zentrum zu stellen hätte speziell noch in den 80ern auch ziemlich in die Hose gehen können. Es wurde auch sehr viel Wert auf die Inhalte gelegt, alle Plots die hier vorkommen, sollten auch von Kindern jederzeit gesehen werden können (Cosby selbst legte auf diesen Punkt großen Wert). Hier flucht keiner, alles ist sauber, die Scripte beschränkten sich auch stets auf alltägliche Probleme, wie sie jeder Haushalt mehr oder weniger selbst am eigenen Leibe schon erfahren hat. Am Ende steht immer die heile Familie.
Aber gerade diese Alltäglichkeit macht es dem Zuschauer ziemlich leicht, sich selbst als ein Teil der Familie zu fühlen. Man nimmt fast ein Jahrzehnt am Leben der Huxtables teil, die Kinder werden erwachsener, heiraten teilweise und bekommen sogar selbst schon Kinder. Das Herz der Show ist natürlich Bill Cosby, der auch die meisten Fäden im Hintergrund in der Hand hält (komponierte sogar die Titelmelodien selbst). Sein Heathcliff Charakter ist ein echter Knuddelbär, den man als Jugendlicher auch gerne als Großvater gehabt hätte. Ihm gelingt es meist aus den normalsten Situationen noch lustige Späße zu machen. Seine Frau Claire ist als praktizierende Anwältin natürlich gleichberechtigt, muß aber von der Gewichtigkeit der Rollen etwas tiefer angesiedelt werden.
In meiner Jugend jedenfalls hatte ich die meisten Folgen inhaliert und war schier begeistert. Jetzt mal eben schlappe 20 Jahre später wirkt doch manches was einst neu war ziemlich bieder und zu brav. Was mir früher auch gar nicht mal so richtig auffiel, find ich heute doch ziemlich lästig, wie beispielsweise der permanente Nachschub an Klein- und Kleinstkinder für den Awww-Faktor, was einen erhöhten Süßstoffpegel bewirkt. Als Rudy zu alt wurde , kam Olivia, später nochmal die Zwillinge, das wirkt auf Dauer doch etwas überzuckert.
Die Serie schaffte es auf 8 Staffeln und etwa 200 Folgen, was allein von den Zahlen her, ein großer Erfolg war. Comedy steckt Cosby offensichtlich im Blut, enn trotz Millioneneinnahmen bekam er davon nicht genug und drehte später weitere Serien und nahm sogar Phylicia Rashad mit. Als Jugendlicher hätte ich mehr Punkte gegeben, aber heute reichts halt nur noch für
6/10

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