Review

Wozu überhaupt Schlafmittel, wenn es solche filmischen Äquivalente gibt. Dieses mit vollem Recht gescheiterte Pilotfilmchen für eine hirnrissige SF-Serie tarnt sich frechweg auch noch als vollständiger TV-Film, als ob uns das "Guest Starring" im Vorspann nicht schon genug gewarnt hätte und läßt nur eine Regung zu: den Griff zur Vorspultaste.

Es ist wohl müßig, noch zu erwähnen, daß das hier Invasionsplot Nr.4258 ist, der von irgendwelchen im Hochgebirge rumstapfenden Wissenschaftlern zufällig entdeckt wird, was logo niemand glaubt. Five years later haben die dann in aller Mühsal deep in the woods eine Station errichtet, wo angeblich Wasser gereinigt wird, obwohl sich die komplette Gegend schon weggeröchelt hat. Tatsächlich werden hier auch aufgrund von DNA-Entnahme aus irgendwelchen grenzdebilen Gründen Menschen zu Energie (aka Blitze) verdichtet und heimwärts geschickt. Warum Züchtung nicht funktionuckelt, bleibt ebenso verhangen, wie die Einlagerung der Stadtbevölkerung unter organischen Fischernetzen im nahen Minenschacht.
Wer jetzt noch keinen Sockenschuß hat, wird mit der Gehirnkontrolle via kleiner Würmer, die (wie originell) ins Ohr eingeführt werden, endgültig den Lappen abgeben. Und weil das alles so geheim ist, bauen Alien und Co die Beam-Blitz-Transportplattform gleich gut einsehbar an den Rand des Geländes, wo nur ein Maschendrahtzaun Zuschauer vom Doof-Glotzen abhält. E.T. und Konsorten tragen mit Vorliebe lange dunkle Mäntel und privat ein paar Gaultierverwürfe, die auch Ed Wood jr. gefallen hätten.

Aber weil das jetzt alles doller zu lesen ist, als es ausschaut, verbringen wir die restlichen drei Viertel des Filmes mit völlig überflüssigen Labereien der sogenannten Guten (Scientist, nerviger Teenieneffe, Kneipenbesitzerin und geistig begrenzter Jung-Cop), die aber nun gar nichts zu Handlung beitragen und garnieren das mit einem geisterhaft-bratzigen Panze weiblichen Geschlechts, die den großen Warner vor dem Bösen macht. Am Ende macht ein (in Zahlen: 1) einziger Schuß dem 5-Jahres-Plan den Garaus, weswegen man die wichtigsten Teile an einer Maschine künftig auch immer am besten sichern sollte.

Selten war der schnelle Vorlauf so wohltuend und was Tony Todd geritten hat, in dieser (immerhin passabel getricksten) Totgeburt aus dem Hause Mulder-Klau mitzuspielen, bleibt wohl das Geheimnis des Gagenschecks. Ob die Grütze überhaupt in Amiland mal ausgestrahlt wurde, ist wohl die spannendste Frage, die hinterher bleibt. Aber da dieser Video-Frevel vermutlich noch irgendwo ausleihbar ist, können sich einige immer noch auf ein energisches Ärgernis freuen. Meine Warnung steht. (2/10)

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