Laurence Fishburne spielt einen Undercover-Polizisten, der in die Drogenszene eingeschleust wird, um die Rauschgift-Mafia zu infiltrieren. Er lernt einen dealenden Anwalt, gespielt von Jeff Goldblum kennen, doch gerade, als die Polizei zuschlagen will, bläst sein Chef die Sache ab, woraufhin Fishburne beschließt, auf eigene Faust weiterzumachen.
"Jenseits der weißen Linie" entspricht alles in allem dem relativ stereotypen Muster eines Cop-Thrillers, wie man es auch von "Dark Blue" oder "Copland" kennt. Damit ist der Film leider über weite Strecken relativ vorhersehbar, auch wenn es sicherlich ein paar innovative Ansätze gibt. Immerhin gibt man sich bei der Charakterkonstruktion alle Mühe und schafft zumindest bei den beiden Hauptfiguren einen Ansatz von Tiefe. Darüber hinaus gefällt mir ganz gut, dass man versucht einen kritischen Blick auf die amerikanische Polizei zu werfen und über weite Strecken auf übertrieben heroische Darstellungen verzichtet. Vor allem zum Ende hin gibt es wenigstens ein paar unvorhersehbare Wendungen und auch der Gewissenskonflikt der Hauptfigur, zwischen einer aussichtsreichen Karriere als Drogenhändler und seiner beruflichen Verpflichtung wird relativ gut dargestellt. Alles in allem ist die Story überdurchschnittlich, aber nicht wirklich gut.
Auch der Unterhaltungswert ist überdurchschnittlich. Die Atmosphäre ist die ganze Zeit über relativ dicht und gespannt. Die Filmmusik unterstreicht dies noch mal und auch die realistische und düstere Kulisse diverser Gossen und finsterer Hinterhöfe trägt ihren Teil dazu bei. Durch die Monologe der Hauptfigur, die im Hintergrund ablaufen, wird der Film auch in seinen ruhigeren Phasen nicht langweilig und wirkt zu keinem Zeitpunkt überhastet. Damit liefert der Film alles in allem das, was man sich als Zuschauer von einem guten Thriller erhofft. Regisseur Bill Duke den man eigentlich eher als Darsteller aus "Predator", "Payback" oder "Roter Drache" kennt, leistet somit mit diesem atmosphärischen und unterhaltsamen Cop-Thriller gute Arbeit, schaffte es aber mit dem katastrophalen "Sister Act 2", seinen guten Eindruck direkt wieder zu verpfuschen.
Laurence Fishburne darf mal wieder, wie man ihn kennt, eine überaus kantige und kernige Rolle übernehmen, in diesem Fall die eines Undercover-Polizisten. Er löst sie überaus routiniert und leistet sich keine Fehler, womit er vor allem zum Ende hin den Gewissenskonflikt seiner Figur sehr gut darstellen kann. Nach "Boys N` the Hood" und "Das Gesetz der Macht" zeigt er erneut sein Talent, steht aber noch weit vor seinem Durchbruch mit "Matrix". Auch Jeff Goldblum, der nach "Der teuflische Mr. Frost" und vor "Jurassic Park" und "Independence Day" auf dem Höhepunkt seiner Karriere steht, verkauft sich als krimineller Anwalt gut und zeigt einmal mehr sein Talent. Schade, dass seit der Jahrtausendwende nicht mehr so viel von ihm zu sehen war. Der Cast ist gut.
Fazit:
Mit einem guten Cast und einer relativ vielschichtigen Charakterkonstruktion ist "Jenseits der weißen Linie" ein überdurchschnittlicher Cop-Thriller, der aufgrund seiner dichten Atmosphäre über die volle Laufzeit ordentlich Unterhalten kann. Mit diesem Thriller macht man eigentlich nicht viel falsch, empfehlenswert.