Der Wildtöter und sein Blutsbruder Chingachgook retten den Händler Harry Marsh vor den Mingos. Sie erfahren, dass der Huronen-Stamm einen Überfall auf den Witwer Tom Hutter und seine zwei Töchter plant, die in einem Haus auf dem See leben.
Lex Barker ist in dieser Verfilmung des James Fenimore Copper Romans mal nicht an der Seite Winnetous, sondern hier muß programmgemäß Chingachgook diese Rolle verkörpern, der aber insgesamt nicht mehr als ein besserer Sidekick ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen Verfilmungen konzentriert sich der 57er Lederstrumpf allerdings um das Geschehen rund um die Biberburg, also Tom Hutters Haus mitten auf den See. Es gibt keinen bösen Magua und auch keine Entführung der beiden Töchter.
Hutter betreibt dort zusammen mit seinem Mittelsmann Marsh einen florierenden Handel mit Indianerskalps, für die die Regierung jeweils 100 Dollar zahlt, denn wir befinden uns mitten in den Indianerkriegen. Dies wird vor allem zu Beginn ausführlich und mit vielen Actionszenen unterbildert. Da dort aber regelrechte Massenszenen vorkommen und im weiteren Verlauf maximal noch 20 Leute im Bild sind, frage ich mich ernsthaft ob diese Szenen wirklich für diesen Film gedreht wurden, sieht ehrlich gesagt rein vom Budget her nicht so aus.
Die Duelle mit der Handvoll Indianer sind aber soweit iteressant mitzuverfolgen. Wir haben einen Angriff auf die Seeburg, munteres Gekabbel im Indianercamp und so etwas ähnliches wie einen Showdown in einer Schlucht, in der sich die beiden Blutsbrüder nebst der beiden Töchter gegen eine Übermacht erwehren müssen, aber von unerwarteter Seite gerettet werden. Die Kämpfe sind zwah bleihaltig, aber dem Baujahr gemäß natürlich zahm ausgefallen. Irgendwo kommt Pulverdampf aus der Büchse und ein Statist läßt sich fallen, mehr passiert hier nicht.
Dafür haben wir schöne Landschften, schöne Frauen, noch echte Kerle und ein programmgemäßes Happy End. Abenteurerherz was willst du mehr. Mit gerade mal etwas über 70 Minuten Laufzeit nimmt der Film auch bei Nichtgefallen kaum Lebenszeit weg. Klar das die Bilder mittlerweile ein wenig altbacken wirken, aber wer mit den Winnetou Filmen zurecht kommt, wird mit dem Stil hier auch keine Probleme haben.
6/10