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Körperfresser, dritte Runde! Abel Ferraras Auftragsarbeit über die Aliens, die mit uns die Körper tauschen ist eine Unnötigkeit erster Garnitur, aber immerhin solide inszeniert.
Angesiedelt auf einem Armeestützpunkt wird uns eine umherreisende Familie geboten, bei der natürlich die Teenagertochter unsere Identifikationsfigur wird, gleich darauf der nervige kleine Bruder.
Die Story hat sein Donald Sutherlands hervorragendem Versuch, die Welt zu retten, kaum Bedeutenswertes hinzugewonnen, aber durch das Militärgelände, ein eng gefaßter Raum, wird die Spannung recht ordentlich hochgekocht. Ferrara streut unruhige Momente aus, läßt den Zuschauer mehr erahnen als die Protagonisten und zeigt die möglichen Übernommenen meistens nur ausschnittsweise, im Gegenlicht oder läßt nur ihre Stimmen ertönen.

Wenn dann die obligaten Alienschoten zum Einsatz kommen, nimmt auch die Beklemmung zu, denn geschickt bleibt offen, wer denn nun der nächste unserer happy family ist, der die menschliche Existenz verliert. Die tentakeligen Ranken, die sich fast Daddy, Töchterlein und Brüderchen schnappen sind dann wirklich angsteinflößend, nach ihrer Einführung jedoch, bezieht der Film seine Spannung aus der Übernommenenparanoia. Wer ist der Nächste, bzw. warst du vielleicht der Letzte?

Das alles zusammen ergibt einen soliden und spannenden SF-Suspenser, der jedoch am Ende nicht mehr viel zuzusetzen hat und sich von dem Sutherlandfilm so einiges leiht. Ein scheinbarer Gegenschlag, viel zu stark für die Möglichkeiten eines einzigen Kampfhubschrauber läßt die Idee eines Happy Ends aufkommen, aber das ist nicht Ferraras Sache und so wird’s später wieder düster. Aber die Zeiten wandeln sich und gesellschaftstechnisch gesehen, ist der Film nicht gerade aktuell und bleibt irgendwo zwischen anachronistisch und akzeptabel stecken.

Von Ferraras verstörendem Talent ist hier wenig zu entdecken, aber als Körperfresserfilm funktioniert er passabel. Sutherland jedoch bringt er nicht mal zum Wackeln. (6/10)

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