Die junge Marti zieht mit ihrer Familie auf eine abgelegene Militärbasis , weil ihr Vater dort das Gelände nach Umweltbelastungen absuchen soll . Doch auf der Basis gehen seltsame Dinge vor sich , die nur der Militärarzt zu bemerken scheint . Außerirdische beginnen die Armee zu unterwandern und jeder , der durch sie ersetzt wird , wird zu einer gefühllosen Hülle eines Menschen ...
Enthält Spoiler !
Man wollte wohl möglichst viele verschiedene Formen der Entfremdung in ein Paket packen . Eine Tochter im Teenageralter , eine Stiefmutter , ein Halbbruder , ein arbeitsbesessener Vater und das ganze noch in der kältesten Umgebung , die man sich als Zivilist vorstellen kann - einer amerikanischen Militärbasis . Da stellt man sich schon die Frage , wie man die Entfremdung und Gefühlskälte , die durch die Übernahme durch die Außerirdischen entsteht , überhaupt noch sichtbar machen wollte . Zudem macht man es dem Zuschauer natürlich wieder mal schwer mit den Figuren mitzufiebern , wenn sich jeder - schon vor der Übernahme - dermaßen kühl verhält .
Dabei wäre die Ausgangslage gar nicht schlecht für ein paar Seitenhiebe gegen die Gesellschaft gewesen , wenn z.B. die Familie tagelang mit der , von den Außerirdischen umgewandelten , Mutter zusammengelebt hätte , ohne es zu merken , weil sie schon vorher so kalt gewesen wäre oder sich die Familie schlicht nicht für die Frau interessiert hätte ( ähnlich wie in " Shaun of the dead " , als Shaun nicht bemerkt , dass seine Mitmenschen Zombies geworden sind , da sie schon vorher auf diese Weise durchs Leben schlurften ) .
Stattdessen bleibt man auf den ausgetretenen Pfaden . Der Sohn erkennt die Fremdartigkeit seiner Mutter natürlich sofort ( klar , da er die Umwandlung mitansehen muss ) , die Erwachsenen glauben ihm nicht . Die Verwandlungen ( oder die Versuche der Umwandlung ) folgen so schnell aufeinander , dass andere Mitmenschen erst gar keine Chance haben Zweifel an der Identität der Umgewandelten zu bekommen .
Ärgerlich ist , dass neben dieser modernen Patchwork Familie der Blick auf das Militär komplett verloren geht . Dabei hätte man gerade über diesen Punkt der inzwischen altbekannten Geschichte von den Körperfressern ein paar neue Facetten abgewinnen können . So wäre es z.B. interessant gewesen , wenn Untergebene plötzlich vollkommen irrsinnige , unmoralische oder wenigstens sehr fragwürdige Befehle von ihren ( assimilierten ) Vorgesetzten bekommen hätten . Hätten sie diese ausgeführt - mit der noch altbekannteren Begründung " Ich habe nur Befehle befolgt " - , die Befehle verweigert oder sogar dagegen gearbeitet ? So hätte die Situation zu einem Machtkampf zwischen verschiedenen Gruppen führen können oder man hätte mehr mit der Frage spielen können , wer denn nun besessen ist und wer nicht ( ähnlich wie in " Das Ding aus einer anderen Welt " ) statt es immer sofort nach wenigen Sekunden zu verraten .
Auch ansonsten bekommt man von der Armee und dem angeblichen Stützpunkt wenig zu sehen . Mehr als ein paar Baracken , ein Zaun , ein paar Leutchen in Uniform im Hintergrund , einige Lastwagen und ein Hubschrauber ist da nicht , was schon ein wenig enttäuscht .
Fazit : Es ist ein Remake , das mit Sicherheit nicht nötig gewesen wäre , aber auch nicht ärgerlich ist . Mit überraschend wenig Aufwand fabriziert , aber ansehbar . Bis auf ein paar schöne Einstellungen , in denen mit Schatten gespielt wird , und eine Szene , in der die Außerirdischen mit Faszination den Tod des Arztes betrachten ( was durchaus mal ungewöhnlich fremdartig wirkt ) , bleibt nicht viel von ihm hängen . Da werden die 1956er & die 1978er Versionen des Stoffes eindeutig meine Favoriten bleiben ...