"Das Ende der Götter"
Man nehme etwas "Gladiator", füge ein wenig gefühlte Boll'sche Regiekunst-Sosse hinzu und klappe das ganze mit pappiger "Passion Christi" zusammen und fertig ist ein scheiße schmeckendes, biblischaromatisiertes Abfallprodukt.
Regisseur Guilio Base schafft es tatsächlich ebenso schlecht wie untalentiert einen Film in Szene zu setzen wie unser "Mann-in-Hollywood". Woran man das zusätzlich ausser an der einfältigen Erzählweise und der erbärmlichen Kulisse noch merken kann?
Nun, Base hats geschafft ein paar namhafte Darsteller für seinen Römer-Murks an Land zu ziehen. Neben untalentierten italienischen (Laien?)-Darstellern gesellen sich keine geringeren als Dolph Lundgren (Red Scorpion, The Mechanik) als (ich glaube er soll einen germanischen Barbaren darstellen, wäre eine Paraderolle für Ober-Demlack Ralph Moeller gewesen) Brixos, Max von Sydow (Needful Things, Minority Report, Sleepless) als Tiberius, Sir Ben Kingsley (Gandhi, Der Tod und das Mädchen) als Ambrosinus sowie der wohl lächerlichste Kurzauftritt des gesamten letzten Kinojahres F.Murray Abraham (Amadeus, Last Action Hero, Scarface) als, ja wie soll ich sagen? Arschloch?
Unglaublich für was sich dieser eigentlich sehr gute Charakterdarsteller heute hergibt. Kingsley hat ja schon in "BloodRayne" bewiesen, das er nur noch auf das Geld schaut, und von Sydow ist gerade dabei seine Rente zu finanzieren, da kann man noch getrost drüber wegsehen. Aber was ich unverzeihlich finde ist, das Dolph Lundgren der gerade meiner Meinung nach den Spätherbst seiner Karriere super mit guten Regieleistungen und starken darstellerischen Fähigkeiten eingeleitet hat, hier den klugscheißenden Untergebenen eines hühnerbrüstigen Maximus-Imitats gibt, ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Fans des schwedischen Eisblocks. Sicher war "Diamond Dogs" nichts wirklich gutes, aber nach "Direct Action" und "The Mechanik" hatte wohl nicht nur ich viel mehr von der Zukunft erhofft.
Die Story ist so belanglos wie uninteressant. "The Inquiry" erzählt die Geschichte nach Jesus Kreuzigung. Wir dürfen miterleben, wie ein Tribun durch die Welt zieht, zuerst böse Germanen niedermetzelt (wäre dabei auch noch Blut zu sehen gewesen, hätte das ganze ganz ansehnlich gewesen sein können) um schlussendlich in Jerusalem vorbeizuschauen, mit dem Ziel die Geschichten des wiederauferstandenen Rabbis Jesus von Nazareth klären zu können. Wir dürfen sogar erfahren wie Caligula an die Macht kam... Okay, wen interessierts? Wohl nur Menschen die sich bibelfest nennen und jene würden dann wohl eher das heilige Schriftstück vorziehen als diesen Murks hier..
Den wohl einzig gute Satz in den gesamten 108 Minuten, sagt dann auch noch ausgerechnet der gute Dolph beim sterben. "Sag deinem Kaiser, es macht keinen Sinn eine Antwort zu suchen, wir finden es alle heraus, früher oder später." Damit hat er ausnahmsweise mal recht. Ein Film kann die Existenz eines Gottes nicht beweisen, aber "Das Ende der Götter" beweist dennoch etwas, nicht alles wo im Prinzip gute Darsteller mitwirken ist gleich auch gut, denn dieser Streifen hier ist schlichtweg schrott!
FAZIT:
"Das Ende der Götter" ist darstellerisch wie dramaturgisch eine absolute Katastrophe. In keiner Sekunde kommt Interesse an dem Plot zustande. Ob das ganze dann auch noch authentisch ist, vermag ich nicht zu beurteilen, das ich die Geschichte gut kannte ist ca. 12 Jahre her und so uninteressant gewesen, das ich den Stoff schon wieder verdrängt habe. Eine Direct-to-DVD Produktion aus Italien bzw. Europa da die "wunderschönen" Landschaftsaufnahmen wohl aus Bulgarien stammen, die kein Schwanz braucht und jeder Cineast tunlichst meiden sollte..
1/10