Das prächtige Anwesen Schloss Carre Castle ist nicht an den Mann oder die Frau zu bringen. Grund hierfür ist eine alte Legende, die besagt, daß ein unheimlicher, grüner Bogenschütze für das verfrühte Ableben seiner Bewohner sorgt. Doch dem amerikanischen Millionär Abel Bellamy interessieren die alten Legenden herzlich wenig, er kauft den Besitz und zieht ein. Selbst ein durch einen grünen Pfeil getötetes Opfer kann Bellamy nicht von seinem Besitz vertreiben. Um weitere Morde zu verhindern, lässt sich Inspektor James Featherstone als Hausmeister anstellen und versucht herauszufinden, wer die alte Legende um den grünen Bogenschützen für seine Zwecke aufleben lässt.
Auch wenn Eddi Arendt zu Beginn behauptet "Eine Geschichte um einen Mörder mit Flitzebogen geht gar nicht", wurde der grüne Bogenschütze zu einer weiteren Wallace Verfilmung der 60er. Allerdings muß man dazu sagen, das gerade die titelgebende Figur des Bogenschützen eher eine unscheinbare Nebenfigur darstellt, kaum einen Bodycount oder Gruseleffekt erzielt und die Auflösung wer hinter der kapuzierten Gestalt steckt mehr als dürftig ausgefallen ist. Der ominöse Robin Hood Impersonator wird vorher bestenfalls mal in einem Nebensatz erwähnt, war nie zuvor im Bild und für alle Freunde des Mitratens werden auch keine Spuren gelegt, die auf diese Person hindeuten, da haben die Agatha Christie Verfilmungen mehr Anreiz zur Eigeninvestigation zu bieten.
Selbst Scotland Yard ist eher geringfügig an der handlung beteiligt und selbst Klaus Jürgen Wussow´s Inspector Featherstone bleibt erstaunlich blass gegenüber den sonstigen Fuchsbergers oder Draches und bietet für den Zuschauer kaum eine Bezugsperson. Im Vordergrund steht die Familie Bellamy mit der schnuckeligen Karin Dor und Gert Fröbe. Besonders letztere präsentiert sich einfach göttlich als hitzköpfiger und polternder (er spielt einen Amerikaner, die werden ja gerne mal so dargestellt) neuer Schloßherr und liefert einfach eine Glanzleistung ab. Der Film bezieht seine Spannung hauptsächlich daraus, das aber auch wirklich jeder ein doppeltes, wenn nicht sogar dreifaches, Spiel spielt und sich das ganze Garnknäuel der Beziehungen untereinander erst nach und nach entwirrt.
Der grüne Bogenschütze ist sicher kein Highlight der Wallace Reihe, dafür ist auch der Humor zu platt, aber für solide Abendunterhaltung reichts immer noch. Allein Gert Fröbe ist sein Eintrittsgeld wert und wurde auch wegen dieser Rolle drei Jahre später zum großartigen James Bond Gegenspieler Goldfinger.
6/10