Edgar Wallace - Verfilmungen ernst zu nehmen, wäre der größte Fehler, den man machen kann und dies gilt insbesondere für den "grünen Bogenschützen", auch wenn "Stahlnetz"-Regisseur Jürgen Roland für diesen Streifen verantwortlich zeigt.
Der Sekretär des amerikanischen Multimillionärs Abel Bellamy führt verbotenerweise in Abwesenheit des Hausherrn Touristen durch dessen Anwesen Garre Castle. Dabei unterhält er die Gäste mit Schauergeschichten u.a. vom "Grünen Bogenschützen". Als einer dieser Gäste bei einem der Rundgänge mit einem Pfeil getötet wird, schaltet sich Scotland Yard ein. Inspektor Featherstone hat bald den Hausherrn in Verdacht, ein doppeltes Spiel zu treiben. Unklar ist auch in welchem Verhältnis die hübsche Valerie Howett, die im gegenüber liegenden Ladys Manor eingezogen ist, zu Bellamy steht.
Ein ehemaliger Gefängnisaufseher, der der Polizei Informationen über die Millionär geben möchte, stirbt ebenfalls durch den immer wieder auftauchenden Bogenschützen. Inzwischen lässt Bellamy Valerie entführen und auf ein Schiff bringen, während Featherstone sich unter falschen Namen im Schloss als neuer Hausmeister anstellen lässt. Noch ahnt er nicht, dass nur wenige Meter unter ihm in den Kellergewölben des Schlosses die Lösung für all die rätselhaften Ereignisse, auf seine Befreiung wartet.
Seit meiner Kindheit blieb mir diese Wallace-Verfilmung stets in bester Erinnerung. Dies mag zum einen am Setting lieben, der geheimnisvolle grüne Bogenschütze, das Schloss mit vielen Geheimgängen und vor allem viele zum Teil glänzend agierende Schauspieler - allen voran natürlich Gert Fröbe, der hier den Millionär Abel Bellamy mimt. Er gibt hier eine Vorstellung, die der im späteren "Goldfinger" in keiner Weise nachsteht. Gut ergänzt wird seine Vorstellung durch die Leistungen von Karin Dor als Valerie Howett, Wolfgang Völz als Sergeant Higgins und Eddi Arent in der Buffo-Rolle als Fotograf Spike Holland. Klaus-Jürgen Wussow kann mich hier größtenteils (wie in seinem ersten Wallacefilm) überzeugen, nur als er mit einer albernen Sherlock Holmes Mütze auftaucht wirkt er wie eine Parodie seiner selbst. Vielleicht ist dies aber auch so gewollt, denn Übertreibungen und Überzeichnungen finden sich immer wieder im Film. So auch als Stanislav Ledinek als zwielichtiger Partner Bellamys noch nüchtern die entführte Valerie in eine Kabine einsperrt, um wenige Augenblicke später sturzbetrunken zurückzukehren, um sich an ihr zu vergehen. Vor allem diese Trunkenheitsszene wirkt mehr als übertrieben bzw. unglaubwürdig gezeichnet.
Der Film und vor allem seine Macher Jürgen Roland und der mit der Überarbeitung des Drehbuchs beauftragte Wolfgang Menge nehmen sich nicht ernst, weshalb dies auch der Zuschauer nicht tun sollte. Gewalt und brutalere Szenen werden immer wieder durch humorvolle Szenen konterkariert. So entsteht ein sehr unterhaltsamer und auch mitunter spannender Film, der nicht nur mich in meinen Kindertagen, sondern auch heute noch überzeugt.