Review

Rofl. Was sind denn das für wohlwollende Rezensionen?

Harrison Ford spielt den US-Präsidenten, dessen Flugzeug „Air Force One“ von russischen (wie kann man nur so dreist sein?) Terroristen entführt wird....schon schlimm genug bis hierhin, nur das beste ist: nachdem der Flieger mit der gesamten Crew und Familie des Präsis gekapert wurde, kann die amerikanische Nummer Eins entkommen und schlägt sich in bester Bruce Willis – Tradition fortan nahezu alleine mit den russischen Übeltätern herum...
Der Film wurde offenbar vom Pentagon finanziell unterstützt – wundert mich gar nicht, denen hat der Stoff mit Sicherheit wunderbar gefallen. So wird wieder mal eindeutig klargestellt, was Gut und Böse zu bedeuten hat. Die Opferrolle steht den Amerikanern wieder mal besonders gut in dieser altbackenen, völlig vorhersehbaren 08/15 – Handlung, und natürlich auch die der Helden: so ist der US Präsident nicht nur der schlaueste Mann der Welt, der stets die richtigen Entscheidungen parat hat, sondern er ist ein knallharter Kämpfer, der fern von jeglichem Sesselpupser-Image selbst Hand anlegen kann und nicht nur mit der Situation, sondern mit den Terroristen fertig wird. Jede einzelne Szene kann im Voraus bestimmt werden, und so wundert es auch wieder mal weniger, dass sich sogar der tumbe Obermotz der Bösewichter von der kleinen Präsidententochter im Dialog auszählen lässt. Na ja, Gary Oldman scheint mal wieder das Geld bitternötig gehabt zu haben, und Glenn Close wollte wohl schon immer mal im Anzug und mit emanzipierter Aufmachung im Weißen Haus rumsitzen. Könnte man alles mit genügend Chips und Alkohol noch ertragen, doch leider sind sowohl Leitmotiv als auch Action und Spannungsbogen extrem lau, sodass man genug Zeit findet, sich über sämtliche Unlogikkeiten und den Pathos-Overkill aufzuregen – da kann auch Harrison Fords grimmige Prügelfresse nichts mehr retten, und auch Oldman hat man schon unzählige Male vorher weit besser gesehen.

Was bleibt? Nichts außer Patriotismus, langweiliger Action und einem bescheuerten Standard-Plot. Kaum zu glauben, dass sich jemand wie Wolfgang Petersen damit abgegeben hat – wahrscheinlich hatte er noch nicht beide Füße in Hollywood – nun, danach mit Sicherheit. Dann hatte RTL auch noch die ganzen Gewaltszenen raus genommen um das Ding zur Prime Time senden zu können, sodass wirklich rein gar nichts sehenswertes übrig geblieben ist.

Würde eigentlich 0/10 Punkten geben, aber leider muss ja einer angekreuzt werden. Finger weg von diesem Schund, nicht mal vom Wühltisch würde ich den mitnehmen.

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